IKB
Weg damit, aber schnell

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Die IKB ist de facto verstaatlicht. Das ergibt sich einfach aus dem Rettungsplan für die angeschlagene Bank. Wenn das private Aktienkapital mehr oder minder wertlos wird, bleibt nur noch der Staat als Eigentümer übrig – nach dieser Logik läuft das ab. Wenn sich nun daraus eine ordnungspolitische Diskussion entspinnt, ob oder wie lange der Staat Eigentümer der Bank sein darf, dann ist das allerdings wenig hilfreich.

Die richtige Frage hätte gelautet: Musste der Staat diese Bank überhaupt retten? Das Finanzsystem wäre ohne die IKB sicher nicht zusammengebrochen. Der Mittelstand, auf den die Bank spezialisiert ist, hätte schnell andere Kreditgeber gefunden. Für die Mitarbeiter wäre ein Zusammenbruch der Bank hart gewesen. Aber sie hätten wahrscheinlich schneller neue Jobs gefunden als die Leute, die in Bochum noch Handys für Nokia zusammenschrauben.

Diese Frage ist entschieden – zu groß war die Angst vor den psychologischen Folgen auch einer kleinen Bankpleite. Jetzt geht es aber nicht mehr um Ordnungspolitik, sondern ganz pragmatisch darum, wie der Staat mit möglichst wenig Schaden aus der Sache herauskommt. Der „Economist“ hat vor kurzem errechnet, dass viele Staaten in zurückliegenden Finanzkrisen Banken verstaatlicht und später zum Teil mit Gewinn wieder privatisiert haben. Schön wäre das. Aber das funktioniert wohl nur mit Banken, die ein funktionierendes Geschäftsmodell haben.

Ob die IKB das hat? Zwar gilt zurzeit der Mittelstand wieder als bevorzugte Kundengruppe. Aber nur, wenn man ihm eine breite Produktpalette bieten kann. Der Staat sollte die IKB daher möglichst schnell verkaufen und dazu eventuell sogar noch deutlicher ihre Risiken abschirmen. Sonst bekommt er am Ende gar nichts mehr für sie – und behält die Risiken trotzdem.

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