„In fünf Jahren wird es nur noch drei Gruppen von Handys geben"
Handys: Für jeden etwas

Kalevi Kaartinen (57) verantwortet seit 2002 das europäische Handygeschäft des südkoreanischen Konzerns Samsung. Der Ex-Nokia-Manager stand häufig kritisch Anwendungen gegenüber, die von der Branche in den Himmel gelobten wurden: beispielsweise dem Aktienkauf per Handy. Handelsblatt.com sprach mit Kaartinen, wie er sich Handys in fünf Jahren vorstellt.

Handelsblatt.com: Herr Kaartinen, Samsung präsentiert auf der Cebit ein Handy mit drei Gigabyte Speicher (SGH-i300). Welche Funktionalitäten werden Handys künftig haben?

Kaartinen: Die Geräte können ohne Frage immer mehr Anwendungen verarbeiten, dieser Trend wird sich auch fortsetzen. Die Frage stellt sich aber, wer diese nutzt. An Internet aus der Hosentasche als viel genutzte Applikation glaube ich nicht, dafür ist das Display zu klein.

Handelsblatt.com: Aber werden dadurch, dass Handys immer mehr Daten verarbeiten können, nicht Geräte wie MP3-Player und Handhelds überflüssig?

Kaartinen: Die so genannten Smartphones können ja heute schon alle möglichen Daten verarbeiten. Ich glaube dennoch, dass Manager auch künftig mit zwei Geräten herumlaufen werden. Eines zum Telefonieren und für den SMS/MMS-Dienst - und eines in das die Sekretärin die Kontaktdaten einpflegt. Es hängt allerdings viel mit dem Alter zusammen, wie viele Funktionen der Handys - auch wenn sie verfügbar sind - genutzt werden.

Handelsblatt.com: Was bedeutet das für den Gerätemarkt?

Kaartinen: Es wird eine starke Segmentierung auch bei den Geräten einsetzen. Junge Leute nutzen ja die ganzen Funktionen, die die Mobiltelefone heute bieten. Auch Leute aus der IT-Branche lassen sich dafür begeistern. Aber es wird auch weiterhin Geräte geben, mit denen vorwiegend telefoniert wird. Ich glaube an eine Dreiteilung:

Erstens: Handys vorwiegend mit Voicefunktion und MMS. Zweitens: Handys mit Voice, Kamera und Spielen und drittens umfassende Geräte, in die jegliche verfügbare Applikation integriert ist. An diesen drei Zielgruppen werden sich auch die Preise für die Geräte orientieren. Da der Handymarkt immer mehr gesättigt ist, müssen sich die Hersteller dennoch auf viel kleinere Segmente spezialisieren und viel mehr Gruppen mit spezialisierten Produkten bedienen als heute.

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