Infineon Gräuliche Spielchen

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Bei Infineon ist die Zeit für den Neuanfang gekommen. Vorstandschef Wolfgang Ziebart hat in vier Jahren an der Spitze manches bewegt, Fortüne hat ihm aber gefehlt. Noch immer macht der Chipkonzern herbe Verluste, das Kerngeschäft mit Logikchips schwächelt, und wie der Konzern langfristig eigenständig überleben soll, ist offen. So ist der bevorstehende Rückzug des grundsoliden Vorstandschefs nur konsequent. Die Führungskrise wirft aber einmal mehr ein schlechtes Licht auf den Aufsichtsrat um den mächtigen Vorsitzenden Max Dietrich Kley.

Wie schon beim Rausschmiss von Ulrich Schumacher vor vier Jahren zeichnet sich eine quälende Übergangszeit ab. Damals hatte Kley hinter Schumachers Rücken monatelang nach einem Nachfolger gesucht. Es entwickelte sich eine unwürdige Schlammschlacht, in der Kley hart austeilte. Nach der Trennung von Schumacher musste Kley den Vorstandsvorsitz eine Zeit lang sogar selbst übernehmen. Auch diesmal scheint kein neuer Chef parat zu stehen. Daher sind gar die Infineon-Aufsichtsräte Johannes Feldmayer und Klaus Wucherer im Gespräch.

Für einen Neuanfang würden beide ebenso wenig stehen wie der als Interims-Chef gehandelte Infineon-Vorstand Peter Bauer. Seit Gründung sitzt er im Vorstand und hat den Konzern mit in die Sackgasse manövriert. Vor allem aber ist es der traditionelle Infineon-Stil, der kein gutes Licht auf die Beteiligten wirft. Personaldiskussionen werden über die Medien geführt. Ziebart hat seine Verdienste um das Unternehmen. Nach dem exzentrischen Schumacher brachte er Ruhe, defizitäre Sparten machten dank Ziebarts akribischer Arbeit Fortschritte. Aus den Machtspielen hat er sich immer herausgehalten. Ihm muss es ein Gräuel sein, wie andere ihre Spielchen treiben.

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