Infineon
Käufer suchen

Infineon kommt allein nie aus den roten Zahlen. Das sollte der Vorstand endlich einsehen und die Konsequenz daraus ziehen.
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Sie hatten Zeit, viel Zeit. Fast zehn Jahre lang durfte der Vorstand von Infineon so ziemlich alles ausprobieren, was die moderne Betriebswirtschaftslehre hergibt. Mal wurde diversifiziert, dann globalisiert, zuletzt standen die Kernkompetenzen im Mittelpunkt aller Bemühungen. Mit Ausnahme eines einzigen Jahres waren die Ergebnisse enttäuschend. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ist ein Verlust von mehreren Milliarden Euro aufgelaufen.

Das ganze Debakel zeigt: Infineon ist auf eigenen Beinen nicht überlebensfähig. Das Management sollte sich deshalb so schnell wie möglich daranmachen, den Konzern als Ganzes oder in Einzelteilen zu verkaufen.

Dass dies möglich ist, zeigt Epcos: Der Münchener Bauelemente-Hersteller hat sich jüngst in die Arme von TDK aus Japan geflüchtet. Epcos ist ebenso wie Infineon eine frühere Sparte von Siemens.

Sparen und hoffen, dass die Krise bald vorbeigeht: Eine andere Perspektive hat der neue Vorstandschef Peter Bauer für den Konzern bis jetzt nicht parat. Der Manager nennt weder ein Renditeziel noch einen Umsatz, den er mittel- oder langfristig erreichen will. So ist es völlig unklar, wie es mit Infineon weitergehen soll.

Nur eins steht heute schon fest: Auch 2009 wird der Konzern rote Zahlen schreiben. Das sind für die Beschäftigten genauso beunruhigende Aussichten wie für die ohnehin schon leidgeprüften Aktionäre.

Deshalb ist es jetzt höchste Zeit, einen Schnitt zu machen und nach Käufern zu suchen. So könnten die Anteilseigner vielleicht doch noch einen Teil ihres Geldes zurückbekommen. Für die Mitarbeiter bietet sich die Chance, künftig für eine Firma zu arbeiten, die Geld verdient. Das sichert letztlich ihre Arbeitsplätze.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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