Inflation
Kommantar: Mit ruhiger Hand

Die Aktienmärkte sind gegenwärtig ziemlich verunsichert. Der Grund: berechtigte Inflationssorgen. Die Deflationsangst, die noch vor weniger als zwei Jahren die Krisengespräche bei Banken, Volkswirten und Investoren beherrschte, wird nun von der Furcht vor einer unkontrollierten, seit langem nicht mehr erlebten Teuerung in den USA abgelöst.

som DÜSSELDORF. Einen großen Teil der Schuld hierfür trägt die amerikanische Notenbank mit ihrer schwankenden Zinspolitik. So senkte Fed-Chef Alan Greenspan den Zinssatz auf ein historisch niedriges Niveau von einem Prozent. Damit wollte er die Folgen der geplatzten Spekulationsblase an den Aktienmärkten und des Konjunkturabschwungs nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 abmildern. Dass dadurch die Märkte mit billigem Geld überschwemmt und neue Blasen an den Immobilien- und Anleihemärkten entstanden, nahm die Notenbank billigend in Kauf.

Jetzt bezahlen Verbraucher mit steigenden Preisen und Anleger mit sinkenden Aktienkursen die Zeche. Denn die Notenbank muss nur deshalb die Zinsen so oft erhöhen, weil sie diese zuvor zu stark gesenkt hat. Das Pendel dürfte schon bald zurückschwingen, wenn Greenspan oder sein Nachfolger aus Sorge vor einer Abschwächung der Konjunktur oder stark einknickender Börsen die Zinsen wieder senkt.

Die Europäische Zentralbank wird oft kritisiert, nicht genügend für das Wachstum in Euro-Land zu tun und sich zu sehr auf ihr Inflationsziel zu konzentrieren. Doch sie hat mir ihrer langfristigeren Politik Recht, nicht voreilig mit Zinsschritten nach oben und unten zu reagieren, auch wenn die tägliche Flut an Konjunkturdaten dies einen Moment lang als gerechtfertigt erscheinen lässt.

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