Infratest-Dimap-Umfrage
Schwarz-Gelb erstmals ohne Mehrheit

Eine schwarz-gelbe Koalition aus Union und FDP hätte einer aktuellen Umfrage zufolge im Bundestag keine Mehrheit mehr, wenn bereits am bevorstehenden Sonntag gewählt würde. Es ist das erste Mal seit Februar, dass eine Umfrage CDU, CSU und Liberale bescheinigt, haarscharf an der Macht vorbei zu schrammen.

HB BERLIN. In der am Donnerstag veröffentlichten Infratest-Dimap-Erhebung im Auftrag der ARD bleiben zwar CDU/CSU mit 42 Prozent stabil, die FDP verliert aber gegenüber der Vorwoche einen Punkt auf sechs Prozent. Damit läge eine schwarz-gelbe Koalition bei 48 Prozent. Der gleiche Stimmenanteil entfiele auf SPD, Grüne und Linkspartei zusammen.

Die SPD konnte in der neuesten ARD-Umfrage im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt auf 29 Prozent zulegen. Die Grünen bleiben stabil bei acht Prozent. Einen Dämpfer musste die Linkspartei hinnehmen: Sie verlor erstmals seit Wochen in der Umfrage einen Punkt und käme auf elf statt auf 12 Prozent.

Der Listenzusammenschluss aus Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit (WASG) und der in Linkspartei umbenannten PDS muss demnach auch im Osten Einbußen hinnehmen, bleibt dort aber mit 32 Prozent (minus einen Punkt) mit Abstand stärkste Kraft. Die Union liegt im Osten bei 29 Prozent (plus zwei Punkte), die SPD bei 26 Prozent (minus einen Punkt). Für die Sonntagsfrage des ARD-Deutschlandtrends befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap demnach 1620 Personen.

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid sieht dagegen Union und FDP weiter vorn. Unter den 3000 Teilnehmern seiner Umfrage erklärten 43 Prozent, sie würden ihre Stimme CDU und CSU geben, sieben Prozent würden für die Liberalen votieren. Die SPD kommt bei Emnid nur auf 26 Prozent, die Grünen auf acht und die Linkspartei auf 13 Prozent.

Parallel zur Wahlfrage erhob Infratest-Dimap, welche Zusammensetzung der künftigen Bundesregierung die Befragten "am besten für Deutschland" fänden. Dabei sprachen sich 39 Prozent für eine große Koalition aus. Eine schwarz-gelbe Koalition befürworten dagegen nur noch 29 Prozent, Rot-Grün 14 Prozent. Eine rot-rot-grüne Koalition von SPD, Grünen und Linkspartei halten zehn Prozent für am besten. Noch in der Vorwoche hatten sich die meisten Befragten (34 Prozent) für eine schwarz-gelbe Koalition ausgesprochen.

Beim Umfragevergleich der Kanzlerkandidaten konnte Amtsinhaber Gerhard Schröder gegenüber Angela Merkel erneut Punkte gut machen. Im Falle einer Direktwahl würden 48 Prozent für Schröder stimmen (plus drei Punkte), 39 Prozent würden sich für Merkel als Kanzlerin entscheiden (minus zwei Punkte). Mehr als zwei Drittel der Befragten glauben, dass bei dem am Mittwoch vereinbarten einzigen TV-Duell Schröder besser abschneiden wird als seine Unions-Herausforderin. Nur ein Fünftel der Befragten gab aber an, für sie sei das Duell wichtig für die persönliche Wahlentscheidung.

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