Ingenieurmangel
Mitten im Schweinezyklus

Technische Genies fallen nicht vom Himmel, werden nicht vom Staat frei Werk geliefert und bewerben sich auch nicht demütig bei der Personalabteilung um ein Praktikum.

Menschen müssen gefördert werden und sind das Wertvollste in einem Unternehmen. Denn wenn jetzt die deutsche Wirtschaft über Ingenieurmangel klagt, offenbart das auch ein hohes Maß an Selbstverschulden: Während der industrielle Mittelstand beständig eingestellt hat, wurde insbesondere in der Großindustrie Ingenieuren in Massen gekündigt. Diese Aktion Rotstift zeitigt doppelte Wirkung: Jetzt fehlen diese Fachkräfte – und die Jugendlichen haben daraus den Schluss gezogen, dass ein Ingenieurstudium sich nicht lohnt. In der Theorie ist dieser Zusammenhang als Schweinezyklus bekannt – extremes Überangebot und extreme Knappheit folgen aufeinander.

Vielleicht sollten sich die Unternehmen auf einige Techniken und Tugenden zurückbesinnen: Ständige Fortbildung der Mitarbeiter ist kein Sozialklimbim, sondern verhindert, dass bei technologischen Sprüngen Erwerbs- und Erfahrungsbiografien ihren Wert verlieren. Langfristig planende Personalpolitik und Stammbelegschaften sind nicht nur ein Kostenblock, sondern auch ein Erfolgsfaktor im Aufschwung

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Und: Gerade die deutschen Unternehmen müssen sich öffnen. Im internationalen Vergleich gibt es viel zu wenige Frauen in den Labors – auch, weil die Arbeitsbedingungen keinerlei Rücksicht auf deren Bedürfnisse etwa in der Familienphase nehmen. Die Generation Praktikum ist kein akademisches Lumpenproletariat, sondern die entscheidende Ressource für Wachstum und Erfolg. Und schließlich: Qualifizierte Zuwanderer nehmen uns keine Arbeitsplätze weg, sondern schaffen welche.

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