Inside: Apple
Nachricht aus dem Off

Die Berichte über den Ernst der Erkrankung von Apple-Chef Steve Jobs gleichen einer bodenlosen Wundertüte: Mal siecht er seinem Ende entgegen, dann wieder wird er putzmunter auf dem Apple-Campus erblickt. Nun hat Jobs selber dem stetig steigenden Druck nachgegeben und ein Universitäts-Krankenhaus dazu ermächtigt, Klarheit zu schaffen.
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CUPERTINO. Das bestätigte die zuvor kolportierte Lebertransplantation. Jobs sei der schwerstkranke Patient auf der Warteliste gewesen, als die Spenderleber erhältlich wurde, heißt es.

Seit Wochen hatte sich in der amerikanischen Öffentlichkeit Unmut und Druck auf Apple aufgebaut. Dem börsennotierten Unternehmen wird vorgeworfen, die Aktionäre bewusst im Unklaren über den Zustand des bereits 2004 an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten Jobs zu lassen. Mit der erstmaligen Stellungnahme eines Krankenhauses haben die Ärzte indes ein neues Politikum geschaffen. Jobs hatte im Januar sein Fernbleiben vom Unternehmen mit einem kompliziert zu kurierenden, aber eher harmlosen „hormonellen Ungleichgewicht“ begründet. Deshalb wolle er, so Jobs damals, sich bis Ende Juni um seine Gesundheit kümmern und das operative Geschäft anderen überlassen.

Die Krankenvita des Steve Jobs wird somit weiter für Debatten und Unruhe sorgen. Ob sich der Börsenwert dadurch allerdings ebenso beeindruckbar zeigen wird wie noch im vergangenen Jahr, als die ersten Gerüchte über die Rückkehr des angeblich geheilten Krebses zum Kurssturz führten, scheint fraglich. An diesem Punkt der Geschichte des Unternehmens wäre es für Investoren eine schlimmere Nachricht, wenn Jobs-Stellvertreter Tim Cook dem Unternehmen verlorenginge, als wenn Jobs Platz machen würde.

Tatsächlich gilt der 48-jährige Cook als Mann der Zukunft bei Apple – egal, ob Jobs zurückkehrt oder nicht. Längst umworben von Motorola oder Dell, hat er Apple im vergangenen halben Jahr mit sicherer Hand geführt, Jobs’ erfolgreiche Produktpolitik bewahrt und am vergangenen Wochenende einen ersten großen, eigenen Triumph über die amerikanische Konkurrenz im Mobiltelefon-Geschäft verkünden können: Das Unternehmen hat in drei Tagen mehr als eine Million seines neuen iPhone 3GS verkauft. Und noch immer stehen die Leute in Kalifornien Schlange, um das neue Gerät so schnell wie möglich zu kaufen. Analysten der IT-Branche zeigen sich erstaunt über den großen Erfolg.

Den Beobachtern von Apples Unternehmenspolitik ist indes nicht entgangen, dass die triumphal intonierte Erfolgsmeldung über das iPhone-Geschäft nicht von Cook, sondern diesmal wieder von Jobs unterzeichnet wurde. Das passt in das Gerüchteumfeld, wonach ein Journalist Jobs schon wieder auf dem Firmengelände gesichtet haben will. Tatsächlich aber sind solche Meldungen mit Vorsicht zu genießen, wie der „Fall Bloomberg“ belegt. Diese an sich für ihre Seriosität geschätzte Wirtschafts-Nachrichtenagentur hatte unlängst das Hinscheiden des „iGod“ Jobs verkündet.

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