Inside: Tui
Zwischen Strand und Wasser

Der Tui-Konzernzentrale in Hannover, ehemals Preussag, steht mit dem Jahreswechsel der nächste Umbau ins Haus.

FRANKFURT. Die Lenker von Europas größtem Reisekonzern haben ihrer wichtigsten Tochter Tui Deutschland kurz vor Weihnachten noch eine „Struktur- und Organisationsreform“ verordnet, weil das Urlaubsgeschäft anhaltend magere Renditen abwirft und das touristische Wachstum auf Feldern stattfindet, die Tui bisher nur am Rande streift.

Der Marktführer räumt mit der Entscheidung zu einem umfassenden Umbau ein, dass die klassische Flug-Pauschalreise, auf die sich Tui seit vielen Jahren stützt, an Bedeutung verliert. Auf Kurz- und Mittelstrecken werden immer mehr Sonnenziele von Billigfliegern besetzt, gegen deren Geschäftsmodell klassisch orientierte Urlaubs-Charter kein Land mehr sehen. Belege dafür gibt es reichlich: die jüngste Pleite von Aero Flight (ehemals Aero-Lloyd), die Dauerkrise des Ferienpioniers LTU oder die Marktsituation in Palma de Mallorca: Ausgerechnet der wichtigste Ferienflughafen der Deutschen ist inzwischen fest in der Hand der zum Billigflieger mutierten Air Berlin. Die Charterfirmen der einst übermächtigen Branchenführer Tui (Hapagfly) und Thomas Cook (Condor) drohen dort in Nebenrollen gedrängt zu werden.

Der Verlust des Flugauftrags hat Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette der Tui. Weil Billigflieger den günstigsten Vertriebsweg wählen und Kunden fast ausschließlich ins Internet locken, entwickelt sich auf deren Web-Seiten eine rasch wachsende Plattform für Urlaubsreisen: Die Kundschaft bucht nicht nur Flüge, sondern zunehmend auch Hotels, Mietwagen und Reiseversicherungen im Internet. Das bedroht den stark auf Reisebüros ausgerichteten Tui-Vertrieb. Zwar blättert die deutliche Mehrzahl der Sonnenhungrigen noch immer in Katalogen und bucht anschließend im Reisebüro. Doch dieser Reiseweg wächst nicht mehr. Die Nachteile im Vertrieb sind offenkundig: Er ist wegen der aufwändigen Katalogproduktion und Vertriebsprovisionen teurer, vor allem aber unflexibler, weil er keine tagesaktuelle Preissteuerung nach dem Vorbild der Billigflieger erlaubt.

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