Internet
Der Preis ist heiß

Vor zwei Jahren gründeten der Schwede Niklas Zennström und der Däne Janus Friis die Firma Skype. Unternehmensziel: vom damals erst wenig verbreiteten Telefonieren über das Internet zu profitieren. Es wurde eine Software entwickelt, die von fast jedermann zu bedienen ist, und in einem Rechenzentrum eine Hand voll Computer installiert.

Über viel mehr verfügt Skype zwar auch heute nicht. Doch dieser Tage legte das Internetauktionshaus Ebay 2,6 Milliarden Dollar auf den Tisch, um Skype zu kaufen. Und die Kaufsumme kann, je nach Entwicklung des Unternehmens, auf bis zu 4,1 Milliarden Dollar steigen. Ebay war nicht der einzige Interessent, auch Google war am Ball.

Sicher, mittlerweile zählt man 54 Millionen registrierte Skype-Nutzer. Doch angesichts der hohen Kaufsumme kamen selbst hartgesottene Investmentbanker ins Grübeln. Denn mehr als 60 Millionen Euro Umsatz stehen bei Skype bislang nicht zu Buch. Das meiste Geld wird bisher mit der Billigtelefonie zwischen Internet und Festnetz oder Mobilfunknetzen verdient.

Doch nicht nur bei Ebay sitzt das Geld locker: Für rund eine Milliarde Dollar in bar erwarb das Internetportal Yahoo im August eine Beteiligung von 35 Prozent an dem chinesischen E-Commerce-Portal „Alibaba.com“, eine Art von Ebay-Klon. Dort bringt man es auf 18 Millionen Nutzer. Bereits im Frühjahr ließ der Suchmaschinenbetreiber Google die US-Börsenaufsicht SEC wissen, dass man im laufenden Jahr größere Übernahmen plane. Und dafür verfüge man über Barmittel in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar. Diese Summe dürfte sich nach einer erneuten Platzierung von Google-Aktien im Wert von 4,1 Milliarden mittlerweile auf mehr als sieben Milliarden Dollar erhöht haben. Damit hält Google eine Kriegskasse, die auch zur Finanzierung größerer Zukäufe im Medienbereich ausreicht.

Noch immer wird die Ertragskraft von Internetunternehmen wie Google, Yahoo oder Ebay unterschätzt. Aus jedem der jungen Wilden ist inzwischen ein Konzern geworden, der vier bis fünf Milliarden Dollar umsetzt und enorme Überschüsse erwirtschaftet. Yahoo verfügt über Barbestände in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar. Und auch Ebay musste für den Kauf von Skype von den Banken keine müde Mark leihen, denn die Kaufsumme lag auf dem Konto.

Dafür haben die Internetanbieter ein ganz anderes Problem. Mit Zuwachsraten von 20, 30 oder gar 40 Prozent sind sie in ihren jeweiligen Märkten an Wachstumsgrenzen gestoßen. Deshalb stehen alle unter einem enormen Druck, neue Wachstumsfelder zu erschließen. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht neue Funktionen und Produkte verkündet werden.

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