Internet
Die Symbiose

Oft heißt es, neue Technologien würden Auflösungserscheinungen provozieren. Das Internet macht hier keine Ausnahme. Die digitalen Netzwerke haben die Grundsätze für Produktion und Vertrieb völlig umgestaltet.

Früher bestimmten der Platz in den Regalen, die Sendezeiten sowie die Textmenge in Zeitungen, welche Platten gespielt, welche TV-Sendungen gesehen und welche Meinungen veröffentlicht wurden.Heute kann jeder Schlager oder eigene Videos aufnehmen, mit Spezialeffekten versehen und sie via Internet einem Millionenpublikum präsentieren. Deshalb wundert es nicht, dass viele Menschen diese neue Freiheit nutzen, um sich mitzuteilen und Einfluss zu nehmen. Man muss nur Google Video oder Youtube aktivieren, um festzustellen, dass die „Communities“, die diese Dienste nutzen, sich nicht als passive Empfänger von Sendeinhalten, sondern als aktive Teilnehmer am kreativen Prozess betrachten.

Die Vorzüge dieser neuen Medienlandschaft für jeden Einzelnen sind ganz offensichtlich. Weniger klar ist dagegen, welche neuen Möglichkeiten sich für etablierte Marktteilnehmer bieten, die seit Jahrzehnten das breite Publikum mit Unterhaltung versorgen. Realität ist: Die unaufhaltsame Internetwelle erfasst alle Branchen. Die Musikindustrie ist ein solches Beispiel. Noch vor vier Jahren hat der Online-Shop „iTunes“ der Firma Apple nicht einmal existiert. Bis heute wurde dort aber bereits mehr als eine Milliarde Songtitel verkauft. David Hasselhoff ist ein weiteres Beispiel: Bevor sein Musikvideo „Jump in My Car“ im regulären Handel erhältlich war, konnte man es sich bereits auf Google Video im Internet anschauen. Es wurde mehr als sechs Millionen Mal abgespielt.

In der vergangenen Woche unterzeichneten die vier Medienkonzerne CBS, Sony-BMG, Vivendi Universal und Warner Verträge mit Google oder Youtube. Alle haben das Potenzial des Internets erkannt. Schließlich verfügt gegenwärtig eine Milliarde Menschen über eine Online-Verbindung. Das Internet ist damit der größte Markt aller Zeiten. Es ist die kostengünstigste und flexibelste Vertriebsplattform, die heute verfügbar ist. Mit einfachen Protokollen und offenen Standards kann man jederzeit miteinander kommunizieren und den Erfolg zielgruppengenau messen.

Noch wichtiger ist, dass das Internet „Content“-Besitzern die Möglichkeit gibt, mit Anwendern zu interagieren und sich deren Talent, Einfallsreichtum und Begeisterung zu Nutze zu machen. So hat im Sommer der US-Sender NBC, Produzent der TV-Serie „The Office“, einen Wettbewerb auf Youtube durchgeführt, bei dem Fans ihren eigenen Werbetrailer für die Serie gestalten sollten. Es gibt also einen klaren Trend: Statt die Kreativität der Anwender als etwas Illegales anzusehen, betrachten viele Medienfirmen dies inzwischen als eine Gelegenheit, das Interesse für eigene Inhalte zu wecken.

Das Internet ist kein Nullsummenspiel. Es gilt kein „entweder, oder“, sondern das „und“. Medienunternehmen können ihre eigenen Seiten gestalten und mit Suchmaschinen zusammenarbeiten, damit Interessenten diese Inhalte finden können. Genau wie Einzelhändler ihre Produkte im Internet vermarkten, können Sender ihre Videos online ausstrahlen und über das Publikumsinteresse den Bekanntheitsgrad der eigenen TV-Formate steigern.In der digitalen Welt muss der Erfolg eines Einzelnen nicht zwangsweise zu Lasten eines anderen gehen. Dies zeigt das Wachstum von Google. So können wir auf Hunderttausende von Online-Partnern verweisen, die ihr Einkommen – zusammen mit 40 Prozent unserer eigenen Einnahmen – aus der Werbung erzielen, die wir auf ihren Websites platzieren.

Das heißt also, dass unsere Kooperation mit Künstlern und Autoren, Produzenten und Verlegern diesen dabei hilft, für ihre Anstrengungen entlohnt zu werden – unter sorgsamer Einhaltung und Schutz des Urheberrechts, das der Kern eines jeden kreativen Prozesses ist. Um die Verbreitung von Videos, die gegen das Urheberrecht verstoßen, zu unterbinden, werden geeignete Mittel zur Verfügung gestellt, um eigene Inhalte leicht aus dem Netz zu nehmen. Paradoxerweise bringt es die digitale Welt mit sich, dass es trotz immer mehr nützlicher Online-Informationen – heute sind erst etwa 15 Prozent der weltweit existierenden Daten digitalisiert – für jeden Interessenten immer schwieriger wird, das zu finden, was er sucht. Online-Inhalte und Internet-Suchmaschinen können nur in Symbiose wirkungsvoll existieren und funktionieren. Beide Partner profitieren von der Technologie, die es Anwendern ermöglicht, die gewünschte Information zu finden. Auf diese Weise gewinnen beide Seiten.

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