Internet
Wenn das Opfer Täter ist

Manchmal merkt man erst, was man hat, wenn man es nicht mehr hat. In den Industrieländern hängen heute fast alle mehr oder weniger vom Internet ab. Wir erfreuen uns privat daran, hören Musik, chatten mit Freunden oder kaufen online ein. Wir erleben es als wichtiges Arbeitsinstrument im Beruf.

Manche haben ihre gesamte Existenz auf das weltweite Datennetz aufgebaut. Ein gigantischer High-Tech-Apparat, dessen Kabel, Computer und Datenleitungen unsere Welt so selbstverständlich durchziehen wie Adern unseren Körper. Da ist es gut, manchmal daran erinnert zu werden, dass auch ein Infarkt drohen kann. So wie gerade in Amerika, als zentrale Organe des Internets durch Tausende Computer, von Hackern gesteuert, angegriffen wurden. Wären die Rechner kollabiert, dann wären Teile des Internets möglicherweise über Stunden hinweg nicht erreichbar gewesen. Alle Internetnutzer könnten somit die Opfer des Massenangriffs werden. Oder vielleicht des nächsten. Denn der kommt bestimmt. Die Frage ist nur, wann. Doch wir alle können auch die Täter sein.

Denn Voraussetzung für diese „Denial of service“-Attacken, die Internetrechner so lange mit Datenmüll zuschütten, bis diese untergehen, sind riesige Computernetze. Es sind Tausende von unbemerkt durch Viren verseuchte Internetrechner, die auf ferngesteuerten Befehl ihres neuen Herrn blindlings zuschlagen. Es gibt keinen perfekten Schutz vor den Schädlingen, die heute nicht mehr von Jugendlichen, sondern von hoch bezahlten Informatikern der Daten-Mafia in Umlauf gebracht werden. Aber man kann wenigstens das machen, was überhaupt möglich ist: Schutzprogramme installieren, die es durchaus gibt. Sonst sind morgen vielleicht unsere Arbeitsplätze nicht mehr erreichbar.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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