Interview
Von Pierer: „Wir müssen mehr experimentieren“

Merkel-Berater Heinrich von Pierer fordert eine neue Bundesregierung - und lobt Gerhard Schröder und nennt im Handelsblatt-Interview seine Vorstellungen für ein 100-Tage-Programm für die künftige Bundesregierung.

HB: Herr von Pierer, vor einem halben Jahr haben Sie den Chefsessel bei Siemens geräumt. Warum übernehmen Sie jetzt einen neuen Chefposten in der Politik?

Von Pierer: "Chefposten" ist wohl etwas übertrieben. Ich möchte gerne dazu beitragen, in unserem Land das Thema Innovation weiter voranzutreiben. Denn nur mit technischen Spitzenleistungen werden wir Wachstum bekommen. Dann wird auch die Arbeitslosigkeit sinken. Den weltweiten Kostenwettbewerb allein können wir nicht gewinnen.

HB: Sie sollen im Fall eines Wahlsiegs der Union den "Rat für Innovation und Wachstum" führen. Aber Sie waren auch als Mitglied einer Regierung im Gespräch. Da hätten Sie viel mehr bewegen können.

Von Pierer: Dazu braucht es kein politisches Amt. Das ist für mich im Übrigen nichts Neues. Schon für den Kanzler Helmut Kohl habe ich im Innovationsrat mitgewirkt. Die geistige Führung in diesem Land muss von der Regierung, am besten vom Kanzler ausgehen. Innovation ist nicht allein Sache von Universitäten und Unternehmen. Und ich habe immer wieder versucht, die Schröder-Regierung davon zu überzeugen, dass man die Agenda 2010 um das Thema Innovation ergänzen muss. Es hat ja dann auch die Initiative "Partner für Innovation" gegeben.

HB: Wer wird Mitglied dieses Innovationsrates sein?

Von Pierer: Das wird im Einzelnen noch festgelegt. Es werden Vertreter aus der Wissenschaft und aus der Wirtschaft sein, auch aus dem Mittelstand.

HB: Beratungsgremien gibt es viele. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr Rat auch befolgt wird?

Von Pierer: Durch die Professionalität des Gremiums und die Sinnhaftigkeit der Vorschläge werden wir uns das notwendige Gewicht für die Umsetzung verschaffen. Ganz entscheidend ist aber, dass für Frau Merkel Innovation Chefsache ist. Das ist eine ideale Voraussetzung.

HB: Stehen Sie auch zur Verfügung, falls es nach dem 18. September keine unionsgeführte Regierung gibt?

Von Pierer: Das Thema ist in jedem Fall sehr wichtig. Dafür werde ich mich immer einsetzen.

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