Investment-Banking auf Höhenflug
Kommentar: Krise und Boom liegen nah beieinander

Wohl selten lagen Krise und Boom so nah beieinander. Noch im vergangenen Jahr kämpften die großen Investmentbanken mit den Spätfolgen der Technologieblase aus den späten 90er-Jahren. Das Geschäft mit Aktienplatzierungen und der Fusionsberatung schien einfach nicht auf die Beine zu kommen. Für Einnahmen sorgte vor allem der Handel mit Anleihen, Devisen und Derivaten. Keine zwölf Monate später steuert die Branche auf einen neuen Rekord zu. Die Welt der Investmentbanken scheint wieder rundum in Ordnung zu sein. Und im Moment sieht es so aus, als würde der Boom auch noch ins kommende Jahr hinein reichen. Doch die Banker in den Türmen an der Wall Street wissen ganz genau, dass ihr Geschäft zu den zyklischsten Branchen überhaupt gehört und dass sich das trotz aller Anstrengungen zur Diversifizierung auch nicht ändern lässt. Wenn die Party am schönsten ist, muss man sich eben schon auf den Kater am nächsten Morgen einstellen. Dazu kommen grundsätzliche Risiken. Dank vieler neuer Finanzprodukte stehen die Einnahmen der Branche heute auf einer viel breiteren Basis. Derivate helfen, die Risiken in der Finanzwirtschaft auf viele Schultern zu verteilen. Doch gleichzeitig wird durch diese Produkte die Architektur des Finanzsystems immer komplizierter. Selbst die Aufseher tun sich dank immer neuer und immer komplexerer Konstruktionen schwer damit einzuschätzen, wo die Risiken derzeit konzentriert sind. Bei den Versicherern, die als Großanleger die komplexen Produkte kaufen? Bei den Banken selbst? Oder über Pensionsfonds bei den Verbrauchern? Eine fundierte Prognose, was passiert, wenn ein Glied in der immer verschlungeneren Kette ausfällt, kann derzeit wohl keiner abgeben.

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