Investmentbanken
Kommentar: Hoffnungswerte

Wenn es einer Branche so richtig dreckig geht, dann ist vor allem eines gefragt – eine neue Wachstumsstory, die den Weg aus Depression oder Stagnation weist. Die großen Investmentbanken scheinen ihre Story gefunden zu haben.

Wenn es einer Branche so richtig dreckig geht, dann ist vor allem eines gefragt – eine neue Wachstumsstory, die den Weg aus Depression oder Stagnation weist. Die großen Investmentbanken, mittlerweile im dritten Krisenjahr in Folge, scheinen ihre Story gefunden zu haben: Europa soll es richten. Auf dem Alten Kontinent wollen die Wall-Street-Banker schon in wenigen Jahren so viel verdienen wie auf dem heute mit Abstand wichtigsten Markt USA.

Dabei sind es nicht die Stärken, sondern die Schwächen, die Europa für die Geldhäuser aus der Neuen Welt so interessant machen. Nirgendwo sonst gibt es so viel zu reformieren und zu reparieren, nirgends ist der Nachholbedarf in Sachen Kapitalmarkt so groß wie hier. Folgt man diesem Kalkül, dann ist es wenig überraschend, dass innerhalb Europas wiederum das Land mit dem längsten Reformstau, also Deutschland, als der spannendste Markt gilt.

Die Sache hat allerdings einen Haken. Vor Jahren schon haben die Banker Deutschland zur Wachstumsstory an sich erklärt. Getan hat sich seither aber kaum etwas. Dafür gibt es Gründe. Und das sind paradoxerweise die gleichen, die für den erhofften Boom sprechen, nämlich die enormen Ineffizienzen. Ausländische Investoren fassen alles, was mit Deutschland zu tun hat, nach wie vor nur mit spitzen Fingern an. Doch ohne die Kapitalkraft der internationalen Großanleger lässt sich hier zu Lande nur wenig bewegen.

Die Schlussfolgerung ist klar: Bevor es nicht eindeutige Signale dafür gibt, dass Deutschland aus seinem Dornröschenschlaf erwacht, werden die Banker vergeblich auf eine Flut von Mandaten hoffen. Selbst können sie keine der Ökonomien auf dem Alten Kontinent wach küssen.

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