Investmentbanken
Streitbare Banker

Eigentlich muss man sich um die Investmentbanker keine Sorgen machen. In diesem Jahr sollen die Bonuszahlungen für die erfolgsverwöhnte Berufsgruppe noch einmal um 20 Prozent im Vergleich zum ohnehin schon guten Vorjahr steigen.

Allein in London werden die Banken fast neun Milliarden Pfund an ihre Angestellten ausschütten, deutlich mehr als die Wirtschaftsleistung Islands. Man sollte meinen, dass dabei für jeden Banker genügend Brosamen abfallen. Doch in letzter Zeit häufen sich die Gerichtsprozesse wegen angeblich zu geringer Bonuszahlungen. Die Deutsche Bank wird von einer Reihe hochrangiger Manager in England und den USA verklagt, die meinen ihr Ex- Arbeitgeber habe sie um ihren wohlverdienten Lohn betrogen. Gerade erst hat die Commerzbank einen ähnlichen Prozess gegen einen ehemaligen Devisenhändler gewonnen.

Sind Investmentbanker also gierige, nimmersatte Gesellen? Natürlich sind sie das, genau wie ihre Arbeitgeber. In der Leistungsgesellschaft des Investmentbankings geht es um enorme Summen. Und es wird mit harten Bandagen gekämpft, wenn es um den größten Schlag aus dem großen Bonustopf geht. Das gehört einfach zu den Grundregeln der Branche. Die entscheidende Frage lautet: Wie klar, transparent und fair sind die Bonussysteme der Banken? Werden die Leistungen der Mitarbeiter tatsächlich objektiv nach messbaren Kriterien bewertet oder werden die vielen Millionen willkürlich verteilt? Eine neue Umfrage lässt eher letzteres befürchten. Nur 40 Prozent der Banker bewerten das Bonussystem ihres Arbeitgebers als fair und berechenbar und 70 Prozent glauben, dass es vor allem darauf ankommt, sich gut mit seinem Chef zu stellen. Das klingt nicht gerade so, als würde es in Zukunft weniger Klagen geben?

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