Irak
Ein Frage des Vertrauens

Für fünf Prozent der Amerikaner ist Präsident George W. Bush derjenige, dem sie in der Irak-Politik am meisten vertrauen. 68 Prozent dagegen setzen auf die Generäle, ergab eine Umfrage von CBS und New York Times. Kein Wunder also, dass die Bush-Adminstration General David Petraeus vorschickt, um die Basis für den weiteren Kurs im Irak abzustecken.
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Nach dem, was bislang durchsickert, wird der Oberkommandierende im Irak in seinem Bericht vor dem Kongress dafür plädieren, das US-Kontingent im Irak auf dem aktuellen, sehr hohen Niveau zu halten. Allerdings könnten etwa 4000 (der insgesamt 162 000 Mann) bereits zu Jahresanfang abgezogen werden. Erst im August 2008 würde das Kontingent auf 132 000 Soldaten zurückgeführt werden, was dem Stand vor der Aufstockung zu Anfang dieses Jahres entspricht. Damit käme der Teilabzug später als erhofft, aber immer noch früh genug für die heiße Wahlkampfphase in den USA. Kein Zweifel, dass Bush dieser Linie dann auch folgen wird.

Vor dem Hintergrund der nach wie vor brisanten Lage im Irak und der begrenzten Fähigkeiten der lokalen Sicherheitskräfte ist das die richtige Strategie. Allerdings kommt bei Bushs Taktik, sich hinter den Generälen zu verstecken, ein mulmiges Gefühl auf. Damit riskiert der Präsident, die Militärführung mitten in den politischen Streit hineinzuziehen - und ihr starkes Vertrauenskapital in der Bevölkerung zu beschädigen. Aber wem sollen die Amerikaner dann noch trauen?

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik

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