Irak
Kommentar: Hilflosigkeit in Bagdad

Präsident Bush hat appelliert und Außenminister Powell insistiert, um zu verhindern, was jetzt doch eingetreten ist: Die internationalen Hilfsorganisationen verlassen den Irak. Die USA sind am kritischsten Punkt ihrer Irak-Unternehmung angelangt.

Präsident Bush hat appelliert und Außenminister Powell insistiert, um zu verhindern, was jetzt doch eingetreten ist: Die internationalen Hilfsorganisationen verlassen den Irak. Das Motiv von Vereinten Nationen, Internationalem Roten Kreuz und Ärzten ohne Grenzen ist nachvollziehbar und über jede Art von Kritik erhaben, denn es geht um Menschenleben. Seit Beginn des Ramadan vor drei Tagen sind die Anschläge in Bagdad sprunghaft angestiegen. Die Zahl der Toten zeigt, dass keiner den Schutz neutraler Helfer gewährleisten kann. Und selbst können sie sich nach ihrem Mandat auch nicht schützen. Umso mutiger ist die Entscheidung, nicht komplett abzuziehen.

Die USA sind am kritischsten Punkt ihrer Irak-Unternehmung angelangt. Die Stimmen mehren sich, die einem Abzug der US-Soldaten verlangen. Bündnispartner wie die Türkei versagen ihre Unterstützung und schicken keine Truppen mehr. Die Geberkonferenz hat nur ein mageres Ergebnis gebracht. Jede neue Bombe rückt den Wiederaufbau des Landes in weitere Ferne. Seit gestern sind mehr US-Soldaten in der Nachkriegszeit im Irak getötet worden als während des Konflikts – ein böses Omen.

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