Irak
Kommentar: Stunde der Uno

Jetzt sind die Söhne von Saddam Hussein den amerikanischen Häschern ins Netz gegangen. Eine derartige Erfolgsmeldung haben die USA nach all den Nackenschlägen der letzten Wochen bitter nötig gehabt.

Jetzt sind die Söhne von Saddam Hussein den amerikanischen Häschern ins Netz gegangen. Eine derartige Erfolgsmeldung haben die USA nach all den Nackenschlägen der letzten Wochen bitter nötig gehabt. Tag für Tag fallen US-Soldaten Attacken von Terroristen und Anhängern des alten Saddam-Regimes zum Opfer. Den Amerikanern ist es nach dem schnellen Ende des Krieges bislang nicht gelungen, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.

Doch man soll sich nicht täuschen: Ein Ende des Guerilla-Krieges ist nicht in Sicht. Zu befürchten ist, dass eine neue Welle der Gewalt droht. Denn die Amerikaner haben zwar das verhasste Regime des Diktators beendet, aber noch nicht die Sympathien der Mehrheit der Bevölkerung erworben.

Zu langsam vollzieht sich der Aufbau demokratischer Strukturen im Irak nicht nur nach dem Geschmack der Bevölkerung. Auch Uno-Generalsekretär Kofi Annan heizt Präsident George W. Bush mit einem kritischen Report mächtig ein. Die Souveränität der Iraker über ihr eigenes Land müsse schneller wiederhergestellt werden, meint Annan. Leichter gefordert als getan, denn im Irak müssen sämtliche politischen Institutionen neu aufgebaut werden. Da ist mehr zu leisten, als die Sicherheit im Lande zu garantieren. Alleine sind die USA mit dieser Aufgabe überfordert. Kein Zweifel, dem Irak muss geholfen werden und ebenso den Amerikanern.

Doch für die Entsendung von Friedenstruppen ist ein klares Uno-Mandat notwendig. Noch sperren sich die USA gegen eine neue Resolution. Doch je mehr Opfer sie beklagen, desto größer wird der Druck. Es dauert nicht mehr lange, bis die Erkenntnis auch in Washington reift: Den Krieg haben die USA aus eigenen Kräften gewinnen können. Den Frieden nicht.

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