Irland Bye, bye Bernie

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Irland landet hart auf dem Boden der Realität. Der überraschende Rücktritt des Ministerpräsidenten Bertie Ahern fällt nicht ganz zufällig in das Jahr, in dem die Boomjahre des „keltischen Tigers“ zu Ende gehen. Noch im vergangenen Mai hatte Ahern für seine Partei einen klaren Wahlsieg eingefahren, seinen dritten. Dabei dürfte auch die Dankbarkeit der Iren für den unter Ahern erworbenen Wohlstand eine Rolle gespielt haben. Schon damals waren die Korruptionsvorwürfe aus den 90er-Jahren, über die er jetzt gestolpert ist, ein wichtiges Thema im Wahlkampf. Doch „Teflon-Bertie“ blieb seinem Ruf treu und überstand die Diskussion einmal mehr unbeschadet.

Dass er sich jetzt doch zum Rückzug Anfang Mai entschloss, dürfte mit nachlassendem Rückhalt in der eigenen Partei zusammenhängen. Ahern hatte sich selber zur lahmen Ente gestempelt, als er seinen Rücktritt vor der nächsten Wahl 2012 ankündigte. Als Nachfolger steht Finanzminister Brian Cowen bereit.

Die Parallelen zum Nachbarn Großbritannien sind frappierend: Hier wie dort betrat ein neuer, charismatischer Regierungschef 1997 die Bühne, führte das Land durch einen zehnjährigen Boom und fuhr drei Wahlsiege in Folge ein. Gemeinsam brachten sie eine Friedenslösung für Nordirland zustande. Nach Blair muss nun auch Ahern in schwieriger Zeit den Stab an seinen ehrgeizigen Finanzminister übergeben. Sowohl Brown als auch Cowen hatten großen Anteil am Erfolg ihrer Vorgänger, beiden fehlt aber deren Charisma und Volksnähe.

Ebenso wie Gordon Brown in Großbritannien muss nun auch Cowen eine Antwort auf die wirtschaftlichen Herausforderungen finden. Irland leidet ebenso wie der Nachbar stark unter der Finanz- und Immobilienkrise, die über den Großen Teich nach Europa schwappt.

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