Israel
Befehl und Gehorsam

Israels Streitkräfte produzieren einmal mehr negative Schlagzeilen.

Die fehlgeschlagene Strategie im Krieg gegen die libanesische Hisbollah im Sommer, die kaum eines der erklärten Ziele erreichte, muss zwar überwiegend der Politik angelastet werden. Denn diese gewährte der Militärführung kaum Zeit zur gründlichen Vorbereitung des Waffengangs und machte oft widersprüchliche Vorgaben. Auch der mit der Regierung in Beirut ausgehandelte Waffenstillstand zeitigte einen überhasteten Rückzug aus dem Zedernland. Doch der jetzt publik gewordene Einsatz von Streubomben während des Krieges ist ein Problem, das Israels Militär unmittelbar betrifft. Denn sollte es zutreffen, dass der Oberkommandierende des Heeres das ausdrückliche Verbot der Verwendung dieser heimtückischen Waffen durch den Chef des Generalstabes ignorierte, so offenbart der Fall viel über den Zustand der Streitkräfte. Klar, es geht in erster Linie um die Verantwortung für den Tod vieler unschuldiger Menschen, zumeist Zivilisten. Die Uno fordert schon lange eine Ächtung dieser Waffen, zumal diese, ähnlich wie Landminen, auch nach dem Ende von Gefechten ihre mörderische Wirkung behalten. Aber es geht eben auch um die israelische Armee. Wie können Soldaten, dem schieren Stress eines Krieges ausgesetzt, ihren Vorgesetzten noch vertrauen, wenn diese ihrerseits das Prinzip von Befehl und Gehorsam außer Kraft setzen. Dass es sich dabei um einen General handelt, erhöht den Grad der Verfehlung. Gerade das Offizierskorps hat eine besondere Vorbildfunktion. Viele Operationen der israelischen Streitkräfte sind ohnehin strittig. Jetzt wird ihr Image zusätzlich lädiert. Die Vokabel Kollateralschaden taugt überhaupt nicht zur Entschuldigung.

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