Joseph Reger im Gespräch
„Computerhersteller und TK-Anbieter tun sich zusammen“

Joseph Reger, Chief Technology Officer und Chief Strategy Officer von Fujitsu Siemens Computers, über das PC-Geschäft, Stategien und das Wachstum der Branche. Ein Handelsblatt-Interview zur Cebit:

Herr Reger, was wird das wichtigste Gesprächsthema der Computerindustrie auf der Cebit sein?

Telekommunikation und Datenverarbeitung rücken viel stärker als bisher zusammen. Ihre Leser haben das zwar schon gehört, diesmal ist es jedoch wirklich soweit. Das wird sich auf der Cebit zeigen. Wir stellen beispielsweise Notebooks mit eingebauten UMTS-Karten vor. Die Rechner ermöglichen damit nicht nur den drahtlosen und schnellen Zugang ins Internet. Mithilfe geeigneter Software, suchen sie sich auch automatisch die günstigste Verbindung, seien es lokale Netze oder Mobilfunknetze.

Werden diese neuen Geräte das Wachstum der Branche ankurbeln?

Die meisten Neuerungen in der IT-Industrie entwickeln sich exponentiell. Das ist auch hier der Fall. Nachdem UMTS langsam gestartet ist, verbreitet sich der neue Standard nun rasant. Ich bin sicher, dass wir in kurzer Zeit sehr viele Notebooks mit eingebauter UMTS-Karte verkaufen werden.

Damit ihre Kunden die neuen Möglichkeiten nutzen können, brauchen sie erst einmal Mobilfunk-Verträge.

Richtig, auch das ist neu. Erstmals tun sich Computerhersteller und Telekommunikationsanbieter zusammen und schnüren Pakete für die Nutzer. Dabei werden Rechner mit Mobilfunk-Verträgen verkauft. Beide Seiten werden profitieren: Wir können Geräte anbieten, mit denen unsere Kunden sofort nach dem Kauf drahtlos ins Internet kommen. Und für die Mobilfunker ist es ein zusätzliches Geschäft neben den Handys.

Werden wir künftig also auch Notebooks für einen Euro in den Läden sehen, wie das bei Handys passiert?

Die Verträge werden dann sicherlich etwas anders aussehen müssen, denn professionelle Notebooks an sich sind wesentlich teurer zu produzieren als Mobiltelefone. Aber: da ist Musik drin, kann ich nur sagen.

Die Computer einzelner Anbieter lassen sich kaum noch unterscheiden. Wie können sich die Produzenten voneinander abheben?

Wenn sie das PC-Geschäft anschauen haben sie Recht, da ist es schwierig, sich zu differenzieren. Bei Servern und Speicherlösungen sieht das anders aus. Hier können sie beispielsweise Lösungen anbieten, mit denen sich die Betriebskosten drastisch senken lassen. Wir versuchen das mit unserem Angebot "dynamisches Rechenzentrum", das für eine höhere Auslastung der einzelnen Server sorgt. Ein anderer Ansatz ist es, Server so zu bauen, dass sie sich aus der Ferne und damit kostengünstig warten und sogar betreiben lassen.



Fujitsu Siemens Computers baut wie alle anderen Hersteller auch das Dienstleistungsgeschäft aus.



Ja, denn Produkte und Dienstleistungen sehen wir als ein Paket. Wir verkaufen nicht nur die Geräte, sondern auch Wartung und Instandhaltung. Dadurch bekommen wir wertvolle Hinweise von unseren Kunden, wie die Geräte dem täglichen Einsatz standhalten, wie sie weiterentwickelt werden sollen. Dadurch können wir uns von den Wettbewerbern differenzieren.

Weltmarktführer Dell verzichtet im Gegensatz zu Fujitsu Siemens ganz auf Händler und hat so noch wesentlich direkteren Kontakt zu den Kunden als sie.

Ich bin sicher, dass wir durch unser Geschäftsmodell die für uns notwendigen Informationen bekommen. Und auch unsere Partner haben ausgezeichnete Kundenbeziehungen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Eine neue Version von Windows sorgt immer für einen Verkaufsschub.

Seite 1:

„Computerhersteller und TK-Anbieter tun sich zusammen“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%