Kanzlerkandidaten
SPD verstolpert die Kür

Steinbrück, Gabriel oder Steinmeier? Die Sozialdemokraten bummeln bei der Festlegung auf ihren Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013. Ein großer Fehler, denn Planung und Inhalte leiden unter der K-Frage.
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BerlinDer frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück steht als Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten für die Bundestagswahl 2013 fest ... SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich praktisch aus dem Rennen um die Kanzlerkandidatur zurückgezogen ... Die Kandidatenkür wird früher als bislang geplant erfolgen ... Diese Behauptungen sind nur ein wahllos herausgegriffener Teil der Spekulationen, die derzeit um die K-Frage bei den Genossen sprießen. Das Willy-Brandt-Haus hat Mühe, mit dem Dementieren hinterherzukommen.

Die verbummelte Kür des Spitzenreiters aus dem Trio, zu dem noch Frank-Walter Steinmeier gehört, stiftet Schaden: Da organisiert die SPD-Fraktion einen Zukunftskongress und diskutiert zwei Tage lang tiefgründig über ihre Vorstellungen von moderner Infrastruktur, einer Neuordnung des Arbeitsmarkts, fortschrittlicher Bildung und gerechten Steuern. Doch die Inhalte gelangen nicht an die Öffentlichkeit - Beachtung findet wieder nur die Art und Weise, wie sich die drei K-Kandidaten auf dem Kongress gegeben haben.

Auch die Wahlkampfplanung der Zentrale für 2013 ist notleidend: Jede Festlegung muss derzeit mit jedem der drei Kandidaten abgestimmt werden. Und die von der SPD beauftragten Werbeagenturen lassen durchblicken, dass die Vorarbeiten für drei unterschiedliche Kampagnen parallel betrieben werden; jeder Kopf will schließlich anders beworben sein.

Bislang hält die SPD daran fest, ihre Festlegung auf einen Kandidaten „Ende des Jahres 2012 oder Anfang des Jahres 2013“ zu treffen, spätestens nach der Niedersachsen-Wahl am 20. Januar. Aber der Ruf in den Landesverbänden und Ortsvereinen der SPD nach Klarheit wird immer lauter, weil auch sie ständig mit der K-Frage konfrontiert werden.

Es ist daher an der Zeit, dass die Parteiführung den geplanten Ablauf ändert. Was spricht denn dagegen, dass sich die drei Kandidaten zeitnah noch einmal tief in die Augen schauen, sich die Hand reichen und eine Einigung herbeiführen? Selbst Rudolf Scharping hielt - wenn auch glücklos - eine Kandidatur von 16 Monaten aus.

Der Gegner ist Bundeskanzlerin Angela Merkel, die derzeit in den Umfragen über die Zufriedenheit mit den Politikern noch auf Platz eins steht. Zuletzt musste sie allerdings deutliche Ansehensverluste hinnehmen. Doch die SPD konnte diese Schwäche nicht zur Attacke nutzen, weil sie sich selbst im Weg steht. Einen Kontrahenten braucht die Kanzlerin bislang nicht zu fürchten. Der muss nun endlich her.

Kommentare zu " Kanzlerkandidaten: SPD verstolpert die Kür"

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  • The three stooges. Where is the new leader?

  • Diese 3 SPD Herren verkörpern nichts ausser dem Wunsch nach Macht und Sie werden nichts erreichen, weil niemand Sie braucht um nichts zu verändern.

  • hihi,

    wo doch keiner weiß,
    dass ich Peer von Bilderberger heiß

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