Karstadt
De-Urbanisierung

Christoph Achenbach, seit zwei Monaten auf dem Chefposten des angeschlagenen Essener Karstadt-Quelle-Konzerns, ist um seine Aufräumarbeiten nicht zu beneiden. Sein Vorgänger Wolfgang Urban hat ihm ein Netz von Unternehmensbeteiligungen hinterlassen, aus denen sich Europas größter Warenhaus- und Versandkonzern kaum zu lösen vermag.

HB DÜSSELDORF. „Problem erkannt“ heißt deshalb in Essen noch längst nicht „Problem gebannt“. Bei fast allen Randaktivitäten des Konzerns, aus denen Achenbach lieber heute als morgen aussteigen würde, ist der Absprung teuer.

Zu verdanken hat er das in vielen Fällen seinem Vorgänger. Um das schwächelnde Warenhaus- und Versandgeschäft möglichst schnell durch neue Geschäftsfelder zu stabilisieren, hatte Wolfgang Urban in Sachen Ausstiegsklauseln das Kleingedruckte offenbar vernachlässigt.

Nicht nur bei Starbucks müsste Karstadt fast sämtliche Investitionen in den Wind schreiben, auch der Abschied vom Deutschen Sportfernsehen (DSF) käme einer Kapitalvernichtung gleich. Der Gewinn aus dem Anteilsverkauf ginge keineswegs in die Firmenkasse, sondern in die Schatulle von Kirchs Insolvenzverwalter. Ein Ausstieg bei Thomas Cook wäre noch schmerzlicher. In einem solchen Fall, so glaubt man in der Branche, drohen Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe.

Dennoch: Will Achenbach finanzkräftige Investoren locken, muss er ihnen einen sauber aufgestellten Konzern präsentieren. Erst dann darf er damit rechnen, dass genügend Geld zusammenkommt für ein längst überfälliges Projekt: den Umbau der Warenhäuser in innerstädtische Einkaufszentren. Wie viel mit ihnen zu verdienen ist, führt den Essenern seit Jahren die Hamburger ECE vor.

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