Karstadt-Quelle
Kommentar: Herr im Hause

Thomas Middelhoff macht klar Schiff im Hause Karstadt-Quelle. Nichts geht mehr in Zukunft in der Essener Konzernzentrale ohne die Zustimmung der Investmentbanker von Goldman Sachs.

Thomas Middelhoff macht klar Schiff im Hause Karstadt-Quelle. Die Immobilien werden vom Handelsgeschäft getrennt und – wenn es gut geht – irgendwann an Investoren verkauft, die etwas vom Immobiliengeschäft verstehen. Der Handelskonzern kann sich dagegen entschulden und fortan auf das konzentrieren, wovon ein Handelskonzern eben etwas versteht.

Doch es lohnt der zweite Blick auf den jüngsten Deal des Handelsmanagers Middelhoff. Denn hinter der Auslagerung von 174 Warenhäusern, Parkgaragen und anderen Gewerbeimmobilien verbirgt sich der Einstieg eines neuen Investors bei Karstadt-Quelle.

Nichts geht mehr in Zukunft in der Essener Konzernzentrale ohne die Zustimmung der Investmentbanker von Goldman Sachs. Die steigen nämlich mit mehreren Milliarden Euro ein – und werden peinlich darauf achten, dass sich ihr Investment rechnet. Vor nicht allzu langer Zeit wäre das Problem Karstadt wie folgt gelöst worden: Die Banken hätten ihre Sanierungskredite in Aktien umgewandelt und wären so auf direktem Wege Gesellschafter eines Kaufhauskonzerns geworden. Was sie nie wollten, was sich angesichts der prekären Lage aber nicht vermeiden ließ. Doch die alte Deutschland AG ist tot.

Karstadt saniert sich auf modernem Wege. Da passte es gut, dass Middelhoff die Immobilien ohnehin loswerden wollte, aber keinen Käufer fand. Also versilbert er das Milliarden-Vermögen des Konzerns an sich selbst und nimmt einen finanzstarken Partner mit ins Boot, der ihm das Geld praktisch vorschießt. Goldman Sachs löst über seine Mitgift die Altkredite aus und damit das Bankenkonsortium als Mitregent ab.

Jetzt herrschen klare Verhältnisse für Konzernlenker Middelhoff. Madeleine Schickedanz hält die Mehrheit der Aktien, Goldman Sachs gibt das Geld.

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