Karstadt-Quelle
Kommentar: Zäher Widerstand

Während die Karstadt-Belegschaft mit der Unternehmensführung um einen Kompromiss zum Erhalt von möglichst vielen der rund 100 000 Arbeitsplätze im Konzern ringt, kämpft die Versandsparte weiter gegen ihren Abstieg in die Bedeutungslosigkeit. Dabei geht sie überraschend hartnäckig vor.

HB ire. Konzernchef Christoph Achenbach kann sich gegenüber dem Konzern-Establishment offenbar noch nicht richtig durchsetzen. Er hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass es die Hauptkataloge von Quelle und Neckermann in ihrer bisherigen Form nicht mehr geben wird. Die Enzyklopädien des Konsums, die den Kunden Orientierung in der scheinbar unübersichtlichen Warenwelt geben sollen, wurden als überflüssig erklärt: Der Zeitgeist sei über sie hinweggegangen.

In einer Welt, in der Moden und Preise öfter als zweimal jährlich wechseln, haben die dicken Schwarten ihre ursprüngliche Funktion tatsächlich schon lange eingebüßt. Konzernchef Achenbach folgerte daraus, man werde sich schneller und flexibler den Kundenwünschen anpassen. Mehrmals jährlich werde sein Haus künftig auf den harten Preiswettbewerb mit dem traditionellen Handel reagieren. Außerdem sollte die Lagerhaltung möglichst knapp gehalten werden, um den Cash-Flow zu erhöhen.

Diese Botschaft ist in Nürnberg, der Hauptstadt der Versender, offenbar nicht richtig angekommen. Die dicken Hauptkataloge mit einem Umfang von rund 1100 Seiten sollen nach dem Willen von Versandtochter Quelle nämlich bestehen bleiben. Lediglich ihre saisonale Bindung wird aufgehoben. „Mode“ sowie „Wohnen und Technik“ für die „etablierte Familie“ sind künftig ihre Schwerpunkte bei Quelle, während Neckermann sich mit ebenso dicken Schwarten um jüngere Zielgruppen bemüht.

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