Karstadt-Quelle und Opel
Individuelles Versagen

Das sind in der Tat bittere Nachrichten: Opel wird bis zu 10 000 Arbeitsplätze verlieren, Karstadt-Quelle hat ungefähr 5 500 Stellen auf der Streichliste. Da ist es verführerisch, gleich vor einem Massensterben deutscher Unternehmen zu warnen und die Leistungsfähigkeit des Standorts D wieder grundsätzlich in Zweifel zu ziehen.

Angebracht ist das in diesen beiden Fällen allerdings nicht. Es lohnt sich vielmehr, einen genauen Blick auf die spezifischen Probleme beider Unternehmen zu richten. Sowohl Opel als auch Karstadt haben in den vergangenen Jahren entscheidende Fehler begangen und die Entwicklung sowohl in der Autobranche als auch im Einzelhandel völlig falsch eingeschätzt. GM hat darüber hinaus große Probleme, die richtige Balance zwischen zentraler Steuerung und notwendigem Eigenleben seiner früher einmal stolzen Marken zu finden. Die Opel- Manager müssen sich eigene Fehler zuschreiben: Sie haben etwa das starke Wachstum bei Dieselmotoren nicht rechtzeitig gesehen und damit lukrative Ertragschancen verpasst. Zu lange haben sie auf die klassischen Mittelklasse-Fahrzeuge gesetzt und den Trend zu Autos mit speziellem Nutzwert zu spät realisiert.

Ähnlich gravierende Managementfehler gibt es auch bei Karstadt: Der Vorstand hat die Chancen im Auslandsgeschäft nicht gesehen, das Kaufhaus-Konzept nicht attraktiv neu gestaltet und gehofft, dass die Kunden von selber zurückkehren. Statt sein Kerngeschäft in Ordnung zu bringen, hat der Konzern sich mit vielen kleinen Beteiligungen wie beim Sportfernsehen oder Starbucks verzettelt.

Individuelle Fehler in beiden Konzernen haben dafür gesorgt, dass sowohl Opel als auch Karstadt-Quelle rote Zahlen schreiben. Es geht also um das Versagen in den Unternehmen. Das ist durch Probleme wie die Unternehmensmitbestimmung und Gewerkschaften, die falsche Entscheidungen mitgetragen haben, die sie jetzt kritisieren, teilweise begünstigt worden.

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