Klimaschutz
Trost für Vielflieger

Von den wenigen Maßnahmen gegen die drohende Erderwärmung, zu denen sich Europas Politiker bisher durchringen konnten, ist der Emissionshandel zweifellos die eleganteste.

Denn mit marktwirtschaftlichen Instrumenten erreicht er die drei wichtigsten Ziele guter Klimaschutzpolitik: erstens den Abbau gefährlicher Treibhausgase, zweitens die Belastung der Verschmutzer mit den Kosten der verursachten Umweltschäden, drittens den Anreiz zu Investitionen in saubere Technologie.Es ist deshalb völlig richtig, dass die EU die Fluggesellschaften in den Emissionshandel einbeziehen will. Der Ausstoß von Kohlendioxid in der Stratosphäre trägt in besonders hohem Maß zur Erderwärmung bei. Und die Verkehrsprognosen für die nächsten Jahre zeigen, dass der größte Zuwachs im Luftverkehr liegt.

Die zusätzlichen Kosten eines besseren Klimaschutzes im Flugverkehr dürfen kein Gegenargument sein. Angesichts der alarmierenden Prognosen über die Folgen des Klimawandels sind sie äußerst gering. Die Passagiere können sich zudem damit trösten, dass Fliegen wegen des wachsenden Wettbewerbs so billig ist wie nie und auch bei Einführung des Emissionshandels künftig vermutlich noch billiger wird. Die Airlines werden mit einer modernen, umweltfreundlichen Flugzeugflotte unter dem Handelssystem sogar Geld verdienen. Dann nämlich, wenn sie nicht benötigte Verschmutzungsrechte verkaufen.

Damit das schöne Modell in der Praxis funktioniert müssen freilich alle mitmachen. Hier aber liegt das Problem. Um heimische Fluggesellschaften nicht zu benachteiligen will die EU auch Airlines aus Drittstaaten in den Klimaschutz einbeziehen. Deren Widerstand könnte dazu führen, dass der Emissionshandel endet wie die Kerosinsteuer: Von allen für richtig befunden und dennoch nie umgesetzt.

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