Klimawandel: China zaudert

Klimawandel
China zaudert

Jedes Bemühen um Klimaschutz ist löblich. Die gemeinsamen Anstrengungen Chinas und der Vereinten Nationen, in Peking eine Börse für den Handel mit Emissionszertifikaten aufzubauen, sind daher begrüßenswert. Dennoch bleibt China noch meilenweit von einer aktiven Klimaschutzpolitik entfernt.

In Peking sollen künftig Zertifikate gehandelt werden, die dem „Clean Development Mechanism“ (CDM) entspringen. Das System ist schnell erklärt: Wer in Entwicklungsländern in Klimaschutzprojekte investiert, erhält für die erzielte Reduzierung von Kohlendioxid Emissionsgutschriften, die er auf seine eigenen Verpflichtungen zur Emissionsreduktion anrechnen lassen oder veräußern kann. Das System hat für Investoren einen Vorteil: Reduktionen von Treibhausgas sind in Entwicklungsländern günstiger zu haben als hier zu Lande. Das liegt daran, dass es in Indien, China oder anderen Ländern um die Energieeffizienz meist noch sehr schlecht bestellt ist. Daher kann man mit geringem Mitteleinsatz viel bewirken. Zusätzlich leisten CDM-Projekte einen wichtigen Beitrag zum Technologietransfer.

Doch China kann sich auf Dauer nicht darauf zurückziehen, sein Heil in CDM-Projekten zu suchen. Es kann das Klimaproblem nicht in Form eines Ablasshandels von den Industrienationen lösen lassen. Das Land muss sich selbst verbindliche Obergrenzen für Emissionen auferlegen und seine Unternehmen am Emissionshandel teilnehmen lassen. Leider zeigt das Land dazu wenig Bereitschaft. Erst gestern wies das chinesische Außenministerium die Verantwortung für den Klimawandel den Industrieländern zu, die durch langjährigen Schadstoffausstoß die jetzige Situation herbeigeführt hätten. Von verbindlichen Obergrenzen für das eigene Land war dagegen leider nicht die Rede.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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