KLIMAWANDEL
Endspiel der Verharmloser

Der Befund von Valencia ist eindeutig: Wer den Klimawandel jetzt noch zu verharmlosen oder gar zu leugnen versucht, ist nicht mehr ernst zu nehmen.
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Es ist daher nur konsequent, wenn die Bundesregierung in diesen Tagen eine Reihe von Maßnahmen beschließt, die dazu beitragen sollen, die Treibhausgasemissionen hierzulande bis 2020 gegenüber 1990 um bis zu 40 Prozent zu senken. Allerdings birgt die Vorbildrolle erhebliche Risiken. Denn in Valencia hat sich wieder gezeigt, dass die Verharmloser noch längst nicht verstummt sind.

Die Bundesregierung pokert hoch. Sie ist darauf angewiesen, dass alle wichtigen Akteure mitziehen. Erst auf der Weltklimakonferenz in Bali im Dezember wird sich herausstellen, ob die Rechnung aufgeht. Noch immer betrachtet die Bush-Administration verbindliche Reduktionsziele einzig und allein als Wachstumsbremse, noch immer versucht man in Washington, das Ausmaß der Bedrohung kleinzureden. Was passiert, wenn die Zauderer und Zweifler sich in Bali durchsetzen, wenn es nicht gelingt, den Boden zu bereiten für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls Ende 2012?

Dann wären Deutschlands Bemühungen um die Reduktion der Treibhausgasemissionen zwar noch immer ehrbar, die wirtschaftlichen Konsequenzen eines Alleingangs aber dramatisch. Die Sympathie der Bevölkerung für Klimaschutzbestrebungen dürfte rasch ins Gegenteil umschlagen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel haben das Thema Klimaschutz in den vergangenen Monaten in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gerückt – teils aus durchschaubarem politischem Kalkül, teils aus Überzeugung. Nach der Konferenz von Bali wird sich zeigen, ob sie Erfolg haben.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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