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Kommentar: Akzos schlauer Poker

Die Niederländer sind ein Volk von Kaufleuten. Diese uralte Erkenntnis hat Akzo Nobel mit dem überraschenden Verkauf der Pharmasparte Organon bekräftigt. Konzernchef Hans Wijers hat die Öffentlichkeit über Wochen, wenn nicht Monate an der Nase herumgeführt, um die besten Konditionen herauszuholen.

Nachdem sich Wijers einmal zur Abspaltung der Pharmatochter Organon bekannt hatte, tippte die Branche darauf, dass der Zuschlag an einen Finanzinvestor gehen würde. Schließlich wissen die Private-Equity-Gesellschaften kaum noch, wohin mit ihrem Geld. Und Akzo braucht Kapital für Zukäufe in der Chemie.

Vor einigen Wochen favorisiert Wijers plötzlich doch den Teilverkauf über die Börse. Wer weiß, wie hoch der Frieden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Nachbarland gehalten wird, wundert sich kaum. Schließlich sind Finanzinvestoren auch dort als Jobvernichter verschrieen.

Als der frühere Politiker, der vor ein paar Jahren sogar das Amt des Wirtschaftsministers bekleidete, heute früh den Deal mit Schering-Plough bekannt gab, fühlte sich mancher dann aber doch verschaukelt. Anlegern und Mitarbeitern soll es jedoch Recht sein: Wijers Poker trieb nicht nur den Kaufpreis in die Höhe, sondern beschert den Mitarbeitern auch eine Jobgarantie.

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