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Kommentar: Alles reine Nervensache

Nur nicht die Nerven verlieren. Diese Devise gilt in diesen Tagen nicht nur für die Pokerspieler von Union und SPD, sondern auch für die kiebitzende Öffentlichkeit, die vergebens die Hälse reckt, um über die Schultern der Zocker einen Blick auf deren Blatt zu erhaschen. Der eine sieht hier ein As aufblitzen, der andere meint einen unverhofften Trumpf erkannt zu haben – aber genaues weiß keiner.

Dabei ist eins gewiss: Es wird eine große Koalition geben, und zwar vermutlich noch im Laufe des Oktober. Die Spieler werden ihre Karten ausspielen, und dann wird man sehen, wessen Blatt das bessere ist. Wenn die Union ihr Ausspiel ein bisschen hinauszögert, um den Gegner unter Stress zu setzen, ist das eine Finte unter vielen, aber nicht spielentscheidend. Die SPD mag ihren Bluff noch eine Weile durchhalten und hoffen, dass die Union ihr Pik-As Merkel abwirft, anstatt damit Pik-König Schröder zu stechen. Das wird die Union aber nicht tun – jedenfalls solange sie nicht die Nerven verliert. Und wenn in diesen Tagen einer Nerven aus Stahl hat, dann die Union.

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