Kommentar
Apple braucht neue Beats

Es wäre der größte Zukauf der Firmengeschichte: Apple will Beats kaufen. Die Firma bietet nicht nur Design-Kopfhörer an, sondern auch einen Musikdienst. Der iKonzern könnte so ein Geschäft stärken, das gerade schwächelt.
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Jeder Song für 99 Cent: Mit seiner Plattform iTunes hat Apple die Musikwelt revolutioniert. Seit sie 2001 online ging, ist der Elektronikkonzern zum größten Musikhändler der Welt geworden. Doch der Konzern läuft nun selbst Gefahr, Opfer einer Revolution zu werden: Immer mehr Nutzer wollen ihre Lieblingslieder nicht mehr besitzen, sondern nur den Zugang haben. Alle Songs für 10 Euro – oder für ein paar Werbespots zwischendurch, das ist das Konzept der Streaming-Dienste.

Es sieht so aus, als ob sich Apple damit nicht abfinden will. Das Unternehmen steht Berichten von US-Medien zufolge kurz davor, den Musikspezialisten Beats zu übernehmen, 3,2 Milliarden Dollar will es offenbar zahlen. Sollte die Übernahme gelingen, macht Apple zwei Deals auf einmal: Das Unternehmen kauft Zubehör und einen Internetdienst zugleich - in der Hoffnung, dem stagnierenden Musikbereich wieder Auftrieb zu geben.

Zum einen ist Beats ein Hersteller teurer Kopfhörer und Lautsprecher, die dank ihres schicken Designs und ihrer starken Marke eine treue Fangemeinde haben, darin Apple-Geräten nicht unähnlich. US-Medien taxieren den Umsatz mit dem Luxuszubehör auf bis zu 1,5 Milliarden Dollar. Diese Produktlinie könnte der Hersteller von iPhone und iPad mit seiner Marketingmacht deutlich ausbauen. Allerdings könnte er solche Geräte vermutlich mit vertretbarem Aufwand auch selbst entwickeln.

Zum anderen bietet Beats seit Jahresanfang einen kostenpflichtigen Musikdienst an. Beats Music ist mit seinen 200.000 Abonnenten nur einer von vielen Anbietern und hat deutlich größere Rivalen, Apple würde sich damit aber in einen schnell wachsenden Markt einkaufen. Denn Streaming-Dienste wie Pandora und Spotify boomen, während der digitale Verkauf von Musik, den der Konzern mit seiner Plattform iTunes dominiert, im vergangenen Jahr erstmals stagnierte.

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