Kommentar
Apple droht der Absturz

Der IT-Gigant ist so wertvoll wie fast kein anderer Konzern weltweit. Lange Zeit war die Aktie angemessen bewertet. Doch jetzt steigt der Kurs, obwohl die Perspektiven gleich bleiben. Diese Strategie kann nicht aufgehen.
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Stolz präsentiert sich die Nummer eins: 18,6 Milliarden Dollar Nettogewinn im abgelaufenen Jahr, 100 Milliarden Dollar Bargeld und eine Profitabilität, wie sie nicht mal die Ölindustrie erreicht. Mit fast 600 Milliarden Dollar ist Apple so wertvoll wie kein anderer Konzern weltweit.

Sorgen, dass es der iPad-Ikone ergehen könnte wie den vielen um 99 Prozent abgestürzten Internet-Start-ups nach der Jahrtausendwende, brauchen sich Anleger zwar nicht zu machen. Denn anders als die gewinnfreien Firmen von damals wächst Apple in atemberaubendem Tempo. Binnen zwei Jahren verdreifachte sich der Gewinn. Mit jedem Dollar Umsatz blieben zuletzt 26 Cent Reingewinn übrig – eine fabelhafte Marge. Darüber hinaus hielt Apple stets, was Anleger erwarteten: Die Gewinne stiegen im Einklang mit dem Aktienkurs. Deshalb war die Aktie lange Zeit angemessen bewertet.

Doch mit dieser letzten Herrlichkeit ist es seit Herbst vorbei. Mit der wiedererwachten Risikofreude ist der Apple-Kurs um weitere 50 Prozent gestiegen – ohne dass sich die Gewinnperspektiven seitdem verbesserten. Die Aktie profitierte davon, dass sich die iPhones und iPads auch nach dem Tod der iGod-Legende Steve Jobs bestens verkaufen. Die Sorge skeptischer Anleger, der Absatz basiere auf einer Steve-Jobs-Manie, hat sich in der Erkenntnis aufgelöst, dass Apple auch ohne dessen Vermarktungskünste auskommt. Als Coup erwies sich die Idee seines Nachfolgers Tim Cook, erstmals seit 1995 Dividenden zu zahlen. So erschloss sich Apple milliardenschwere Fonds, die gemäß ihren Anlagekriterien nur in Aktien investieren, die einen Teil der Gewinne ausschütten. Der jüngste Kurshöhenflug belegt, wie gern Fondsmanager zugriffen, um ihren Kunden einen Star im Depot präsentieren zu können.

Kommentare zu " Kommentar: Apple droht der Absturz"

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  • Schwacher Beitrag, liebes Handelsblatt.
    Die Aussage "irgendwann fällt der Kurs" ist natürlich nicht von der Hand zu Weisen, aber bringt absolut keinen Informationsgewinn. Wann soll sie denn fallen? Dieses Jahr? In 3 Jahren, oder in 5?
    Der Autor lässt leider jegliche tiefer gehende Analyse vermissen, die für eine konkrete Aussage über den Aktienkurs notwendig wäre. Weder Zahlen werden analysiert (was wohl das mindeste wäre und ohne jegliches Verständnis ausgeführt werden kann), noch wird auf die Strategie eingangen (hier scheint dem Verfasser schlicht auch das Wissen zu fehlen, wenn er meint Apple mit Samsung vergleichen zu müssen).
    Wer meint die Apple-Aktie sei überbewertet, der kann diese Vermutung relativ einfach mit den entsprechenden Multiples überprüfen (um ihnen die Arbeit zu ersparen: Im Vergleich zu anderen IT-Firmen wie Google ist die Apple-Aktie eher solide bewertet). Man sollte nicht vergessen, dass Apple derzeit mehr Gewinn macht als die größten Erdölkonzerne.. und dass sich der Gewinn selbst bei leicht zurückgehenden Marktanteilen durch den Boom im Smartphone und Tablet-Markt bis 2015 noch stark erhöhen wird.
    Von strategischen Aspekten (z.B. die Einführung eines möglichen Apple-TVs) spreche ich hier lieber gar nicht. Erst mal mit den Basics, klarkommen, nicht wahr?

  • Der genannte Nettogewinn zu Beginn des Artikels ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis zum 30.09.2011 erzielte Apple einen Nettogewinn von 25,9 Mrd. USD. Im Q1 2012 (also bis 31.12.2011) einen Nettogewinn von 13,1 Mrd USD (Vergleichsquartal Q1 2011: 6,0 Mrd USD)....
    Quelle: apple.com - investor relations

  • Es handelt sich ja um einen Kommentar Artikel. Meinungen sind frei und man muss keine Ahnung vom Thema haben, um mitzureden. ;-)

    Allein diese Sätze sind schon ein Witz: "Mit dieser Kreuzung aus einem Handy und einem Mini-Tabletcomupter will Samsung Apple Paroli bieten. Die Koreaner gelten als geschickte Umsetzer neuer Trends."

    Samsung zeichnet sich dadurch aus, dass sie munter kopieren, was ihnen vor die Augen gerät. Neue Trends findet man bei Samsung mit Sicherheit nicht bei Smartphones und Tablets. Wie auch, Android wird vonGoogle geliefert, Samsung hat kein eigenes Betriebssystem. Samsung produziert lauter Android Schachteln, die zwar Masse, aber oftmals keine Klasse haben. Ein Android Einerlei.

    Was der Autor nicht versteht ist, dass man mit jjedem Apple Gerät ein Konzept kauft, das mit anderen Apple Geräten hervorragend zusammenspielen kann. Ein multimediales Ökosystem, bestehend aus Hard- (iPhone/iPad/iPod/Apple Tv) und Software (iOS, gute Anwendungen), einem App Store, iTunes (Video, Musik) und hervorragendem Service und Support.

    Ausser Hardware hat Samsung nichts zu bieten, de Geräte sind Insel-Lösungen, gerade gut für den ureigendsten Zweck, ein Zusammenspiel zwischen Samsung Smartphone und Samsung Notebook? Nun ja.

    Wem das reicht, bitte sehr. Aber es ist doch immer wieder erstaunlich, wieviele 'Spezialisten' mit wieviel Verve einem erzählen wollen, dass man kein Apple benötigt. Komisch. Mir ist es doch auch egal, ob jemand Android, Nokia usw mag.

    Ein KGV von aktuell 16 ist für ein US Unternehmen, das Marktführer ist und über 100 Mrd USD verfügt, nicht gerade viel. Das iPad verkauft sich wie geschnitten Brot, das Retina Display ist ein Traum. Das iPhone 4 ist, den zahlreichen Auguren zum Trotz, ein Bestseller. Sollte das iPhone 5 auch nur halbwegs interessante Funktionen bieten, wird es der nächste Bestseller.

    Mit China steht der nächste große Markt für Apple bereit. Und mit dem iTV geht es in den Bereich der Fernseher, weitere Umsätze.

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