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Kommentar: Auch der Primus ist betroffen

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Für Schadenfreude ist es noch zu früh: Aber die meisten Autokonzerne werden es wohl mit Genugtuung beobachten, dass die Geschäfte jetzt auch beim Branchenprimus Toyota stocken. Die Aussichten der Japaner sind ziemlich düster ausgefallen. Nach der heute veröffentlichten Prognose wird der Gewinn des Autokonzerns im laufenden Geschäftsjahr fast um ein Drittel schrumpfen.

Auch Toyota ist nicht unverwundbar, das zeigt die aktuelle Entwicklung. Die Japaner haben heute vor allem Probleme in den USA, wo ihre Geschäfte längst nicht mehr so gut wie in der Vergangenheit laufen. Die allgemeine Konjunkturkrise in den USA sorgt dafür, dass die Amerikaner jetzt auch verstärkt beim Autokauf zögern. Für Toyota mag es ein schwacher Trost sein, dass die Konkurrenten von General Motors und Ford von der US-Krise noch viel stärker betroffen sind als sie selbst. Entscheidend ist aber, dass sich Toyota jetzt nicht mehr länger von dieser grundsätzliche Marktschwäche abkoppeln kann.

Jetzt zeigt sich, dass die Japaner in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu sehr auf den amerikanischen Markt gesetzt haben. Natürlich, in den vergangenen Jahren haben sie dort blendende Geschäfte gemacht und Milliarden verdient. Aber nun rächt sich, dass sie zu spät auch in Europa und in den Schwellenländern investiert haben. Dann wären die Auswirkungen des Einbruchs in den USA jetzt nicht so stark zu spüren. Vor allem in den neuen Märkten Asiens und Lateinamerikas gibt es noch viel zu holen. Zumal der Heimatmarkt in Japan auch kaum noch wächst.

Toyota muss jetzt aufpassen, dass es bei einer einzigen Delle in den USA bleibt. Die Japaner sollten schnell auf anderen wichtigen Auslandsmärkten aufholen. Dann wären sie viel besser für neue Krisen gewappnet.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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