Kommentar
Auch solide Firmen sind gefährdet

Die deutschen Unternehmen haben aus dem Finanzcrash nach der Lehman-Pleite gelernt und stehen deutlich stabiler da als zuvor. Und doch: Angesichts trüber Wachstumsaussichten nehmen die Risiken für sie zu.
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Wohl dem, der eine gesunde Selbsteinschätzung hat. Deutsche Unternehmer haben diese Eigenschaft - das ist Teil ihres großen Erfolges. Ihre aktuelle Erkenntnis kommt einem Glück im Unglück gleich: Sie sind bestens aufgestellt und gerüstet, und sie wissen das. Aber sie können sich der ausbreitenden Krise der Weltwirtschaft nicht länger entziehen.

Für beides - die gute Lage und die schlechten Aussichten - gibt es zahlreiche Indizien: Den aktuellsten Hinweis haben am Ende der vergangenen Woche die Ifo-Wissenschaftler in München veröffentlicht, die jeden Monat rund 7 000 Unternehmen aus der Industrie, dem Bau, dem Groß- und Einzelhandel nach ihrer Stimmung fragen. Das Geschäftsklima, das sie erheben, sackte im Juni deutlich nach unten. Verantwortlich dafür waren ausschließlich die zurückgenommenen Erwartungen an die Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte.

Über Monate hinweg hatten die guten Umfrageergebnisse verwundert. Die Stimmung der Unternehmen war stabil oder sogar gestiegen. Ist die Selbsteinschätzung der Unternehmer doch nicht so gut? Haben sie sich geirrt? Die Antwort lautet in doppelter Hinsicht nein.

Zum einen haben sie sich zu Recht stark gefühlt. Sie wissen, dass sie effizient und wettbewerbsfähig arbeiten, dass ihre Produkte gefragt sind und dass ihre Position auf den wichtigsten Auslandsmärkten aussichtsreich ist. Und sie wissen, dass Panik mehr schadet als nützt.

Zum zweiten haben sie trotz ihrer optimistischen Haltung besonnen gehandelt. Sie wollen nicht noch einmal so auf dem falschen Fuß erwischt werden wie während des Lehman-Zusammenbruchs, als ihre Lager voll, ihre Kunden und sie nervös waren und der Absturz tief. Deshalb fahren nun vor allem die Produzenten von Vorleistungsgütern ihre Vorräte runter, kaufen weniger ein und schrauben ihre Investitionen zurück.

Im ersten Quartal gingen die Ausgaben für Maschinen, Geräte und Fahrzeuge um 0,8 Prozent und für Bauten um 1,3 Prozent zurück, verglichen mit dem vierten Quartal 2011. Und die abgebauten Vorräte dämpften das Wirtschaftswachstum um 0,4 Prozentpunkte. Dass die deutsche Wirtschaft trotzdem dank einer starken Auslandsnachfrage und eines soliden privaten Konsums stark zugelegt hat, zeigt, wie berechtigt die grundsätzlich optimistische Einschätzung der Unternehmen war.

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  • deutsche firmen sind auch weit unter preis gehandelt..
    die chinesen und amerikaner habn das schon erkannt

    nur die Deutschen pennen... wie einst hochtief....

    das geilste ist für die hochtief kredite also mit dennen das geschluckt wrude, die banken stüzen wir nu,.....

    sons wäre die Firma schon entkernt worden...

    das problem der D is das sie immer denken die andern sind ihre Freunde..... und dann kann man sie so über den tisch
    ziehen das sie die Reibungshitze, als Nestwärme verstehn....


    Komisches Volk

  • Die sehr vortrefflich als Idioten bezeichneten Moodys wollen wie andere Ratingagenturen nur Europa: ZERSTÖREN!! Vor wenigen Tagen wurden Banken herabgestuft, jetzt wieder. Was soll dieses Kindertheater eigentlich??? Die sollen IHREN DRECK wirklich anfangen, einzukehren. WArum knallt das Ganze nicht endlich!! Und Barroso, Merkel&Co fliegen (politisch oder auch real) in die Luft, weit weg ganz naiv formuliert. Wieder würden Merkels Grundsätze der Physik wie seinerzeit bei Fukushima zerstört...!...:-)))


  • Ein Volkswirt beschrieb die aktuelle Situation der deutschen Wirtschaft kürzlich so: Was nutzt einem modernen Windjammer die neueste Takelage, wenn er keinen Wind hat?

    Ist das tatsächlich die richtige Frage oder muß eine Frage bzgl. der Konjunkturerwartungen nicht anders definiert werden: was nützen der Volkswirtschaft Prognosen von Volkswirten, die kein Hirn haben?

    Seit ca. 2 Jahren werden regelmäßig Prognosen über eine einbrechende Konjunktur veräöffentlicht. Im Frühjahr 2011 sehr stark getrieben vom DIHT. Bislang hat sich alles als Schwachsinn herausgestellt. Selbst wenn ein Wachstum nahe 0 eintreten würde oder ein leicht negatives Wachstum vorliegen würde - was solls und wen interessierts? Das gleiche trifft auf die Idioten bei Moodys zu. Wen interessieren diese Idioten? Sollen die Amerikaner bei sich anfangen, aufzuräumen - Grund genug gäbe es wahrscheinlich. Für den Normalbürger und Arbeitnehmer ist es wichtig, daß er

    1. sein Geld bei einer Sparkasse oder Volksbank hat,
    2. seine Ersparnisse in Sachwerte bringt,
    3. beim Anlegen der Ersparnisse das Hirn einschaltet,
    4. primär lokale und regionale Angebote mit Transparenz sucht und
    5. ansonsten den Politikern, Bürokraten und anderen publicity-geilen Idioten den A..... zeigt; einen Großteil dieser Schmarotzer benötigt man nicht. Das gleiche trifft auf den Großteil der EU zu.

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