Kommentare
Kommentar: Aufstand im Amt

Wenn Joschka Fischer noch Herr im eigenen Ministerium wäre, müsste er jetzt eigentlich den Berner Botschafter und früheren Büroleiter von Hans-Dietrich Genscher, Frank Elbe, umgehend entlassen. Dessen Kritik an der AA-internen Nachrufpraxis, die gezielt öffentlich gemacht wurde, verstößt massiv gegen das Dienstrecht, an das sich Beamte halten müssen. Der offene Aufstand im Auswärtigen Amt gegen den Minister ist ein Affront. Fischers Amtskollege, Verteidigungsminister Peter Struck, hat in ähnlichen Fällen umgehend gehandelt.

Fischer ist aber nicht mehr Herr seines Ministeriums. Er ist politisch ein Getriebener, der auch in der Visa-Affäre zur Zeit kein Bein mehr an den Boden bekommt und damit zu einer Belastung für die Rot-Grün wird. Selbst dort, wo Fischers Meinung gefordert wäre - bei der Frage der Aufhebung des EU-Waffenembargos gegen China - schweigt der Außenminister und läßt andere sprechen. Und doch: Ein Rücktritt Fischers scheint nur schwer vorstellbar. Mit seinem Abgang wäre Rot-Grün am Ende.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%