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Kommentar: Aus für Yukos

Yukos liegt in den letzten Zügen. Ein Bankrott scheint unausweichlich, denn der größte russische Ölförderer wird von allen Seiten in die Zange genommen: Vom russischen Staat, der 5,6 Mrd. Euro Steuern nachfordert. Von den Kreditgebern, die Milliardenforderungen geltend machen, und vom Hauptaktionär, der Menatep-Gruppe um den inhaftierten Ex-Yukos-Chef Chodorkowskij.

Sie ist offenbar nicht bereit, ihre Mehrheit an Yukos aufzugeben und so den Weg für Verhandlungen zum Überleben des Konzerns frei zu machen. Dabei ist Yukos kein innerrussisches Problem mehr, wenngleich sich dadurch auch die Frage des Investitionsklimas in Russland stellt: Von der Yukos-Krise sind westliche Investoren betroffen, die jetzt Aufklärung von Präsident Putin verlangen. Aber auch deutsche Verbraucher könnten bald den vom Yukos-Niedergang spüren. Denn Russland ist Deutschlands größter Erdöl-Lieferant und Yukos Russlands größter Ölexporteur. Die Yukos-Krise könnte so bis in die Portemonnaies der deutschen Autofahrer durchschlagen.

Der Hamburger ist nach Stationen als Auslandskorrespondent in Moskau, Brüssel und Warschau jetzt Auslandschef des Handelsblatts. Er interessiert sich besonders für Osteuropa, die arabische Welt und Iran.
Mathias Brüggmann
Handelsblatt / Korrespondent
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