Kommentar
Begrenztes Wachstum der IT-Industrie

So viel steht fest: Die fast drei Jahre dauernde Talfahrt in der Informationstechnologie (IT) geht endlich zu Ende. Zwar haben bis jetzt erst wenige der großen Konzerne ihre Quartalsergebnisse vorgelegt. Doch es zeigt sich bereits, dass die Umsätze schon wieder steigen.

So viel steht fest: Die fast drei Jahre dauernde Talfahrt in der Informationstechnologie (IT) geht endlich zu Ende. Sicher, bis jetzt haben erst wenige der großen Konzerne ihre Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt. Doch es zeigt sich bereits, dass die Gewinne der Firmen nicht weiter fallen und die Umsätze schon wieder steigen.

Doch damit nicht genug der positiven Signale: Selbst Firmen wie der Handy- und Chiphersteller Motorola, die mit riesigen internen Problemen zu kämpfen haben, geben sich wieder zuversichtlich. Der US-Konzern hat Prognosen für das laufende Quartal vorgelegt, die weit über den Erwartungen der Analysten liegen. Viele Experten sind deshalb überzeugt, dass auch andere IT-Schwergewichte wie der koreanische Samsung-Konzern, Texas Instruments aus den USA und die deutsche SAP in den nächsten Tagen gute Ergebnisse präsentieren werden.

Allzu große Sprünge sind jedoch nicht zu erwarten. Denn das Wachstum der Branche ist momentan begrenzt. Solange die Weltwirtschaft nicht anzieht, wird auch die IT-Industrie gebremst. Branchenverbände wie die deutsche Bitkom erwarten für das kommende Jahr zwar ein Plus in Westeuropa von rund drei Prozent und in Deutschland von etwa zwei Prozent. Das ist wesentlich mehr als im laufenden Jahr. Allerdings ist die Steigerung von den zweistelligen Zuwachsraten der 90er-Jahre noch weit entfernt. Das heißt: Die Branche wird kaum mehr die Rolle des Wachstumsmotors spielen, die sie während der Interneteuphorie innehatte. Zudem haben viele Anbieter die Gewinnschwelle nicht durch bessere Geschäfte, sondern hauptsächlich durch niedrigere Kosten erreicht. Erst wenn Firmen und Unternehmen wieder stärker investieren, wird die IT-Branche aufatmen können.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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