Kommentar
Betreuungsgeld schafft nur Mütter dritter Klasse

Die Union will das Betreuungsgeld auf das Rentenkonto transferieren. Doch das nur ein fauler Kompromiss.
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BerlinNun sollen Mütter, die ihre Kinder nicht in die Krippe geben, Geld statt aufs Girokonto auf das Rentenkonto bekommen. Aber dieser Versuch, den heillosen Streit in der Union um das Betreuungsgeld zu entschärfen, ist politisch und in der Sache zum Scheitern verurteilt.

Politisch, weil die CSU sich mit einer solchen Rentenlösung nie abfinden wird. Sie will mit dem Extra-Kindergeld bei den traditionell geprägten bayerischen Landfrauen um jeden Preis punkten. Und in der Sache würde so das Rentenrecht noch komplizierter und ungerechter.

Derzeit erhalten, zu Hause erziehend oder nicht, Frauen für Kindererziehung pro Kind drei „Babyjahre“ bei der Rente gutgeschrieben. Sie werden bei der Rentenberechnung so behandelt, als hätten sie nach Geburt des Kindes drei Jahre lang Durchschnittseinkommen verdient und entsprechend Rentenbeiträge gezahlt. Dies bedeutet aktuell einen zusätzlichen monatlichen Rentenanspruch von etwas über 80 Euro pro Kind. Für Geburten vor 1992 gibt es nur ein Babyjahr, also etwa 27 Euro Rente pro Kind.

Mit einem Betreuungszuschlag für künftige Geburten würde nun rentenrechtlich eine dritte Klasse von Müttern eingeführt, die ihre Kinder nicht in die Krippe schickt und dafür eine Art Zuschlag auf die drei Babyjahre erhält. Schon das ist unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten schwer zu begründen.

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Betreuungsgeld schafft nur Mütter dritter Klasse

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Grundidee der Babyjahre ad absurdum geführt

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  • Was ist aber mit dem Betreuungsgeld und Rentenanspruch bei Gleichgeschlechtlicher Ehe, wo Kinder gekauft wurden?
    Ich finde und lese darüber noch keine Vorschläge.

  • Das Betreuungsgeld ist grober und völlig verantwortungsloser Unfug und für mich der Grund, die CDU nicht (mehr) zu wählen: Ein Kernproblem unserer Gesellschaft ist die sich abzeichnende Scheere zwischen Menschen mit beruflicher Perspektive und Menschen ohne berufliche Perspektive. Diese Scheere kann nur geschlossen werden, wenn wir schon im Kindergarten erstens für ein gesellschaftsliches Miteinander sorgen und zweitens die Bildungs- und Berufschancen von Kindern aus benachteiligten Familien erhöhen. Dazu müssen die Kinder spätestens ab dem zweiten Lebensjahr in Kitas mit Top-Betreuung. Dafür muss dringend Geld bereitgestellt werden. Das Betreuungsgeld führt nur dazu, dass das beschriebene Problem fesgeschrieben wird: Das Geld wird vor allem von denen in Anspruch genommen werden, deren Kinder dringend in Kita qualifiziert gefördert werden müßten. Denn die Empfänger werden im Wesentlichen nicht die bayerischen Landmütter sein.

    Vor dem Hintergrund der notwendigen Förderung der Kitas und der zu erwartenden Empfänger ist das Betreuungsgeld ein Skandal. Noch skandalöser ist die dahinter stehende Motivation der CSU, die Ausdruck des "Voter´s Value" ist, also einer Politikrichtung, die sich rein am Wahlerfolg ausrichtet und dem von der Politik über Jahre hinweg kritisierten "Sharholder Value" entspricht.
    Es ist traurig, aber mit Änderungen ist nicht zu rechnen und am Ende werden die Besserverdiener in bewachten Ghettos sitzen müssen, um sich wie in anderen Ländern schon üblich vor denen schützen zu lassen, die sie über Jahre hinweg benachteiligt haben. Ich bin Bessverdiener und habe drei kleine Kinder und ich ziehe die Kita dem Ghetto vor! Aber das ist Seehofer, Merkel und Co wahrscheinlich egal, weil ich an den Punkt komme, an dem ich ohnehin nicht mehr wählen gehe. Dafür hat man sich aber die Stimme der Zensi gekauft. Es ist unfaßbar, dass wir dafür Steurn zahlen!

  • Ok, wir haben verstanden.
    Familien, die ihre Kinder noch selbst erziehen und der besseren staatlichen Erziehung fernhalten, sind schlecht, gefährlich und müssen bestraft werden, weil sie
    a) Kinder erziehen, die möglicherweise ideologische Vorbehalte gegenüber der Allmacht und umfassenden Weisheit des staatlichen Funktionärsapparates haben könnten,
    b) diese Kinder später möglicherweise Widerstand gegen eine gendergerechte Erziehung leisten (z.B. Jungen, die nicht mit Puppen sondern mit Holzgewehren spielen wollen, wie schrecklich!),
    c) weil diese erzkonservativen Familien zu wenig Steuern und Sozialbeiträge zahlen, wenn die Frau sich dem sozialistischen Produktionsprozess fernhält, und
    d) diese Familien im schlimmsten Falle gegen den Euro, das Gelddrucken und die europäischen Rettungsschirme sind, an Gott und nicht an die Klimakatastrophe glauben.

    Wie hiess es doch neulich im DLF: Wir brauchen eine neue Religion, in der der Staat das höchste Wesen ist. Und die Kita ist der erste Schritt dahin.

    Heil Cesar!


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