Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass der nicht gerade schmeichelhafte Vergleich der beiden Volkswirtschaften, den der französische Notenbanker anstellt, nur in einer Momentaufnahme zutrifft. Im vergangenen Jahr wuchs die französische Wirtschaft um 1,6 Prozent, während die Briten gerade einmal ein Plus von 0,9 Prozent schafften.
Das Haushaltsdefizit des Königreichs summierte sich dagegen auf 9,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), während die Franzosen einen deutlich niedrigeren Wert von 5,8 Prozent auswiesen. Glaubt man den Prognosen der OECD, dann wird sich diese Entwicklung allerdings 2012 umkehren und Großbritannien schneller wachsen als Frankreich. 2013 soll das britische BIP dann mit zwei Prozent doppelt so schnell steigen wie das französische. Träfen die Prognosen der OECD so ein, würde das Haushaltsdefizit des Königreichs bis Ende des kommenden Jahres auf 5,8 Prozent fallen und damit nur noch leicht über dem des Nachbarlandes auf dem Kontinent liegen.
Doch genau hier beginnen die Probleme. Konjunkturprognosen haben in diesen schwierigen Zeiten leider die fatale Tendenz, nach unten korrigiert zu werden. Erst vor wenigen Tagen hat der Internationale Währungsfonds seine Vorhersage für das britische Wachstum in diesem Jahr auf ein mageres Plus von 0,6 Prozent gekappt. Aber selbst dieser Wert liegt noch doppelt so hoch wie die aktuelle Konsensschätzung der Bankenvolkswirte in der Londoner City.
Sollte die Wirtschaft des Königreichs 2012 tatsächlich am Rande der Rezession entlangkriechen, würde das einen weiteren Pluspunkt infrage stellen, den die Ratingagenturen den Briten im Moment noch gutschreiben: das ehrgeizige Konsolidierungsprogramm, das Premierminister David Cameron bereits 2010 aufgelegt hat. Innerhalb von vier Jahren will die Regierung über 80 Milliarden Pfund einsparen. Fast eine halbe Million Stellen im öffentlichen Dienst fallen weg. Bibliotheken und Schwimmbäder müssen schließen, Schulen werden nicht mehr renoviert, und die Kulturförderung wird zusammengestrichen, um das Loch im Staatshaushalt auf eine vertretbare Größe zu verkleinern.
Der fatale Fehler begann in den 80er Jahren als Maggi Thatcher, die Realwirtschaft vernachlässigend, sich auf die Finanzindustrie konzentrierte um GB zu sanieren. Das war eben nur eine Verschiebung der Probleme in die Zukunft. Wenn die Ratingagenturen erst einmal genauer hinschauen, dann addiert sich ein weiteres Problem, was aktuell noch zu den Vorteilenen gezählt wird, das Pfund. Eine feste Konvertierung zum Euro oder dem USD würde dann Stabilität bringen aber eben die Flexibilität kosten. Man darf gespannt sein.
Wann ist der Schosshund-Bonus den UK bei den Rating-Agenturen hat aufgebraucht?
Alle Daten der britischen Wirtschaft sind schlechter als die von Frankreich.
Schwimmbäder gibt es nur wenige zu schließen, Schulen wurden so wie so noch nie renoviert, was also wollen die Briten tun? Wo können sie noch sparen? Der Housing Markt ist überpreist. Für viel Geld gibt es in UK (nur deutlich außerhalb von London, denn das ist eine eigene Welt) nur Paphäuser zu kaufen mit 5 cm dicken Wänden und Stein und Schindelimmitaten aus Plastik.
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