Kommentar
Bitterer Abgang

MÜNCHEN. Kämpferqualitäten hat Albrecht Schmidt auch zum Schluss gezeigt: Er hat gerade noch den richtigen Zeitpunkt gefunden um abzutreten. In der Nacht zu heute ist der 67-Jährige als Vorsitzender des Aufsichtsrates der HVB zurückgetreten. Formal hat er damit die Konsequenzen aus der Übernahme seiner Bank durch die italienische Unicredito gezogen. De facto hat er seine Niederlage anerkannt.

Schmidt hat bis zuletzt gegen die Fusion gekämpft, zuerst prinzipiell, dann gegen die Bedingungen. Er habe das zweitgrößte deutsche Bankhaus verschleudert, hat er seinem Nachfolger Dieter Rampl am Ende vorgeworfen.

Mehr als 14 Jahre hat Schmidt die Geschicke der HVB mitbestimmt. Als Chef der Vereinsbank war er Architekt der Fusion mit der Bayernhyp zur HVB. Das war 1998 die bayerische Lösung im Rahmen der deutschen Bankenkonsolidierung – und keine gute. Denn die Probleme beider Häuser in der Immobilien- und Mittelstandfinanzierung waren enorm.

Von 2002 an steckte die HVB in den roten Zahlen. Dahinter verblasste Schmidts Leistung: die Osteuropaexpansion. Dass es ausgerechnet dieses Geschäft war, das die Italiener auf den Plan rief, macht die Geschichte für Schmidt nun umso bitterer.

Quelle: Pablo Castagnola
Christoph Hardt
Handelsblatt / Ressortleiter
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