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Kommentar: Britischer Pragmatismus

Diplomatisch, aber bestimmt, haben die Briten die deutsch-französischen Ermahnungen in den Wind geschlagen und ihr EU Verfassungsreferendum auf Eis gelegt. Man ist zu höflich, vom Tod der Verfassung zu sprechen. Die Sache, glaubt man in London, wird sich von selber erledigen. Vielleicht schon im Juli, mit einem Nein beim Referendum in Luxemburg. Und die Briten haben Recht.

Europa ist mit einer Dosis des britischen Pragmatismus besser gedient als weiteren Sonntagsreden über Brüssler Staatsvisionen. Nach den Referenden in Frankreich und den Niederlanden stehen die Briten mit ihrer Skepsis nicht mehr allein. Das hat ihre Autorität gestärkt. Warum sollte sich Tony Blair für ein sinnlos gewordenen Verfassungsreferendum verheizen, nur damit, nach dem britischen Nein, Jacques Chirac einen Mitschuldigen hat. Besser wenn Blair und seine Partner sich daran machen, Europa die Nachdenkpause zu verschaffen, die es braucht. Und zu allererst werden Arbeitsplätze und Wirtschaftsaufschwung gebraucht.

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