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Kommentar: Chance verpasst

Die Deutsche Bank steht im operativen Geschäft wieder gut da – doch kaum jemand will es wissen. Vorstandschef Josef Ackermann mühte sich bei der Hauptversammlung nach Kräften, die beachtenswerten Erfolg des Konzernumbaus ins rechte Licht zu rücken. Aber die Aktionärsvertreter plagen ganz andere Sorgen: Sie fürchten einen beträchtlichen Imageschaden aus den Querelen beim Postbank-Börsengang und warfen Ackermann Führungsschwäche vor.

Das Problem des Konzernchefs ist, dass er diese Kritik nicht entkräften konnte oder wollte. Ob die Deutsche Bank wirklich an der Postbank interessiert war, verriet er nicht. Auch die grundsätzliche Strategie bleibt nebulös: Zwar betont er den Vorrang des organischen Wachstums, schließt aber auch Zukäufe nicht aus und verweist auf die Notwendigkeit einer europaweiten Bankenkonsolidierung. Besonders erhellend ist dies nicht. Die Aktionäre müssen mit dem unguten Gefühl nach Hause gehen, dass sie nicht viel klüger sind als vorher. Ackermann hat eine Chance verpasst, seine Führungsrolle zu demonstrieren.

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