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Kommentar: Commerzbank? Nicht meine Bank!

Die Commerzbank hat nicht nur Pech, sondern sie macht auch Fehler. Die alte Führung ist verbraucht. Sie hat nicht mehr die Kraft, das Ruder herumzureißen.

Rund 720 Millionen Euro Verlust erwartet Deutschlands zweitgrößte Bank für den Zeitraum Oktober bis Ende Dezember. Quelle: dpa
Rund 720 Millionen Euro Verlust erwartet Deutschlands zweitgrößte Bank für den Zeitraum Oktober bis Ende Dezember. Quelle: dpa

DüsseldorfEr hat Pech und jetzt kommt auch noch kein Glück hinzu: Martin Blessing gelingt es auch im Jahr fünf seiner Amtszeit nicht, die Commerzbank zu stabilisieren. Erst die Übernahme der Dresdner, dann die Finanzmarktkrise, in der Folge eine Staatsschuldenkrise – all das hat den Banken allgemein und besonders der Commerzbank zugesetzt. Aber warum trifft es die Gelben aus Frankfurt immer mit besonderer Wucht?

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Kein Glück zu haben ist ein unverdienter Makel, aber nach einer fünfjährigen Pechsträhne stelle ich mir die Frage, ob die Fehler nicht auch hausgemacht sind. Dafür gibt es Indizien. Und zwar eine ganze Menge. Mir passt nicht, dass die Commerzbank zu einem Viertel Staatsbank ist. Es gab eine Zeit auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, da führte an einer staatlichen Beteiligung kein Weg vorbei.

Oliver Stock
Oliver Stock, Chefredakteur Handelsblatt Online

Doch diese Zeit ist mindestens vier Jahre her. Seither akzeptiert die Bank stillschweigend, dass ihr Großaktionär der Bund ist. Fast sieht es so aus, als habe sie es sich wohlig eingerichtet im Schoße des Steuerzahlers. Wenn ich als Kunde zu einer öffentlichen Bank will, gehe ich zur Sparkasse oder bediene mich der KfW. Eine Commerzbank, die nicht mal den Willen bekundet, auf eigenen Füßen zu stehen, ist nicht meine Bank.

Zweitens verstehe ich nicht, was die Commerzbank von anderen unterscheidet. Sie ist kein Vermögensverwalter und keine Investmentbank. Sie ist weder im Ausland aktiver als andere, noch kümmert sie sich um notleidende Nischenmärkte. Im Gegenteil: Sie fährt, was das anbelangt, einen Zickzackkurs.

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Erst habe ich von ihr gelernt, wie wichtig Osteuropa ist, dann zog sie sich da zurück. Dann habe ich ihr geglaubt, dass Schiffsfinanzierer nach einer Durststrecke eine Zukunft haben und habe dann gestaunt, als sie sich aus dem Geschäft zurückzog. Und die Sache mit der Mittelstandsfinanzierung? Sie klingt bei der Commerzbank genauso überzeugend wie bei allen anderen: Angefangen bei den Landesbanken bis hin zur Deutschen Bank. Ein Alleinstellungsmerkmal sieht anders aus. 

Schließlich bin ich als Aktionär enttäuscht. Die Bank hat mir einmal erklärt, dass wenn ich in Deutschland investieren will, ich am besten in die Commerzbank-Aktie investieren sollte. Denn keine Bank sei so eng mit den deutschen Unternehmen verbandelt wie sie. Nun ging es den deutschen Unternehmen drei Jahre lang jeden Monat besser als vorher.

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Nur meine Aktie litt unter dauerhafter Schwindsucht. Irgendwie deprimiert mich diese Bank. Irgendwie bin ich es leid, von Blessing und Co. Fortschritte in Aussicht gestellt zu bekommen, die nach dem nächsten Quartalsergebnis wieder eingesammelt werden. Diese Bank braucht eine neue Führung, bevor sie wieder eine führende Bank sein kann.

  • 15.02.2013, 10:21 Uhradam68161

    Sowohl der AR-Vorsitzende als auch der Vorstandsvorsitzende der C-Bank haben sich als nicht fähig erwiesen, die Bank zu führen. Beide sind nichts anderes als rhetorisch versierte Geldverbrenner. In jeder Sparkasse oder Raiffeisenbank wären sie schon längst abgelöst worden.

  • 04.02.2013, 21:14 UhrCommerzbank-Aktionaer

    Von der Commerzbank zur Schlachtbank wäre wohl der längst überfällige Karrieresprung dieses Versagers und Kapitalvernichters.

  • 04.02.2013, 20:21 UhrVICTOR_KRUGER

    Hans-Jürgen Jakobs übernimmt die Chefredaktion
    des Handelsblatts.

    Wenn wir nun noch Herrn Blessing durch
    Herrn Steingart ersetzen, wäre die
    Personalrochade komplett.

    Herr Steingart ist ein Verkäufer und
    die Commerzbank braucht dringend
    einen Verkäufer - sonst wird sie verkauft.

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