Kommentar
Das Band ist zerschnitten

Nein, es ist keine neue Herzenswärme, die sich da zwischen Gewerkschaften und der guten alten Tante SPD ausbreitet. Dazu findet man unter den 300 Gewerkschaftern, die den vom früheren Arbeitsminister Walter Riester initiierten Wahlaufruf zu Gunsten der SPD unterschrieben haben, zu wenige bekannte Namen. Sieht man von Franz-Josef Möllenberg (IG Ernährung, Genuss, Gaststätten) ab, ist es die zweite Garde, die sich hier zu Wort meldet. Und die Unterstützerliste nimmt sich bescheiden aus gegenüber der Zahl jener Gewerkschafter, die offen für die Linkspartei kandidieren oder mit ihr sympathisieren.

So wirft der Wahlaufruf ein bezeichnendes Licht auf das durch die Hartz-Reformen und die Agenda-2010-Politik zerrüttete Verhältnis zwischen Partei und Arbeitnehmerorganisationen. Hier ist etwas zerbrochen, das nur schwer wieder zu kitten sein wird. In einer seiner letzten Artikel forderte der verstorbene Peter Glotz ein neues „Godesberg“ für die SPD. Recht hat er. Nur, wo sind die Carlo Schmids und Herbert Wehners von heute zu finden?

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