Kommentar
Das Desaster des Norbert Röttgen

Die NRW-Wahl droht für Röttgen und die CDU zu einem multiplen Desaster zu werden. Er beeindruckt weder die CDU noch die Bürger.
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BerlinNorbert Röttgen, der kluge und alerte Spitzenpolitiker der Union, schwadroniert nach dem Wahlsieg des französischen Sozialisten Hollande von einer "neu zugespitzten Lage". Zugespitzt hingegen war die Lage schon zuvor: für Röttgen, den deutschen Umweltminister und Herausforderer bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen. Denn die Sozialdemokratin und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft enteilt ihm seit Wochen in den Umfragen. Der Wahlgang am kommenden Wochenende droht für Röttgen und die CDU zum Desaster zu werden. Dazu brauchte es allerdings keinen Hollande.

Kraft, die einer schwindsüchtigen rot-grünen Regierung vorsteht, erweist sich als uneinholbar. Zumindest für den hölzern durchs Land staksenden Röttgen, der weder die CDU noch die Bürger beeindrucken, geschweige denn für sich einnehmen kann. Viele Kampagnenfehler hat er zu verantworten, vor allem das Unvermögen, ein echtes Engagement für das wichtige Land glaubhaft zu machen. Niemand, und das ist seine wahre, bitterste Niederlage, hält es für denkbar, dass er als Oppositionsführer nach Düsseldorf wechselt.

Es war deshalb ein unfeiner, unkluger und gefährlicher Schachzug, aus dieser seiner Loser-Position heraus mit dem Verweis auf die Frankreich-Wahl die Solidarität der Wähler für Angela Merkels Sparpolitik zu fordern. Der frühere parlamentarische Geschäftsführer der CDU muss wissen, dass dies nicht klappen kann, vielmehr zum Misstrauensantrag gegen die Kanzlerin führt. Man könnte diese Strategie der Schuldübertragung bigott nennen. Denn längst ist klar, wohl auch Röttgen, dass die gesamte teure Euro- und Fiskalpolitik der Regierung weder von der Masse getragen noch von einer Mehrheit begrüßt wird. Schlicht und einfach, weil sie in bedrängten Krisenzeiten viel Geld kostet, viel Steuergeld.

Womöglich hat Röttgen, will man ihn gutgläubig lesen, auf verlorenem Posten allzu intellektuell abgewogen, die Bürger wüssten zwischen Pest und Cholera, zwischen ein paar fortgeworfenen Milliarden Euro für Südeuropa und dem Totalbankrott der Euro-Zone zu wählen. Doch das ist eine unplausible, ja, das wäre eine naive Rechnung: Bisher war es absolutes Wahlkampf-Tabu, dem Wähler den schrumpfenden Geldbeutel vor Augen zu halten und dann dafür Beifall zu heischen.

Röttgen, dem einstigen CDU-Hoffnungsträger, droht ein multiples Desaster. Nach der womöglich krachenden NRW-Niederlage erwartet ihn in Berlin eine herbe Fehde mit der Kanzlerin, die ihm fehlende Loyalität ankreiden wird. Da die Zahl seiner Gegner stetig wächst, ist es unvermeidlich, dass sie nach der Abstrafung durch die Bürger eine Bestrafung durch Merkel fordern. Röttgen, der Minister, geht ungewissen, harten Zeiten entgegen.

Kommentare zu " Kommentar: Das Desaster des Norbert Röttgen"

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  • Der NRW-Clooney ist doch eine absolute Lachnummer; sollte um politisches Asyl in Griechenland nachfragen.

  • meine güte, was haben wir für unfähige politiker. der röttgen kann doch zu keinem einzigen bürger einen kontakt aufnehmen, so super intellektuell kommt er daher. der ist so intelligent, dass man über seine statements stundenlang nachdenken muss, was hat er jetzt gemeint. lasst ihn noch seinen professor machen und ab mit ihm an irgend eine uni.

  • Viele Leute können Röttgens Fresse einfach nicht mehr sehen (sorry für die Bemerkung; aber die war nur noch bis vor etwa einem halben Jahr etwas gröblich; ist jetzt aber absolut gesellschaftsfähig!). Warum nimmt die CDU aber auch einen, der nichts mehr fürchtet, als den Wahlsieg. Der Pofalla hätte vom Slang her viel besser in den Pott gepasst.

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