Kommentar
Das Gift des Protektionismus wirkt noch immer

In Krisenzeiten wollen Politiker ihre Heimatmärkte beschützen. Doch das Gift Protektionismus hat oft eine entgegengesetzte Wirkung: Das Abschotten der Konkurrenz führt zu höheren Kosten für Konsument und Steuerzahler.
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Im Büro des Chefs der Welthandelsorganisation, Pascal Lamy, hängt ein Schwarz-Weiß-Bild: Es zeigt zwei zufrieden dreinblickende Gentlemen: die US-Politiker Reed Smoot und Willis C. Hawley. Sie gelten als Väter eines üblen Protektionismus: Die beiden trommelten im US-Kongress für ihren berüchtigten Smoot-Hawley-Tariff-Act.

Das Gesetz trat 1930 in Kraft, die ohnehin hohen US-Abgaben auf importierte Güter schossen in die Höhe. Viele Handelspartner revanchierten sich und erhöhten ihrerseits massiv die Zölle. Der Wettlauf der Protektionisten endete im Kollaps des Welthandels.

Wenn immer der WTO-Boss Lamy heutzutage die beiden Erzprotektionisten auf dem Bild mustert, dürfte ihn Unwohlsein beschleichen. Denn das Gift der Abschottung, das Smoot und Hawley vor acht Jahrzehnten in die Adern der Weltwirtschaft injizierten, wirkt noch immer: In der Krise verfallen Regierungen rund um den Globus verstärkt auf dieses Mittel. Von Washington bis Buenos Aires, von Moskau bis Peking setzen die Mächtigen auf Isolierung ihrer Märkte, auf Barrieren für fremde Firmen und auf Finanzhilfen für ihre Wirtschaft.

Und das Arsenal der Protektionisten hat sich seit der Großen Depression noch verfeinert. Die sogenannten nichttarifären Handelshemmnisse erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit: So werden etwa Lebensmittelimporte verboten unter dem Vorwand, sie gefährdeten die Gesundheit der eigenen Bevölkerung.

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Protektionismus vergiftet den eigenen Markt

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  • Das Problem besteht doch längst in Leistungegefälle gegenüber den Bdedingungen der produktion. In China wird nicht produziert, weil deren Ingenieure schlauer wären, oder die Rohstoffe vor Ort sind, sondern schlicht weil sowohl Sozialstandards als auch Löhne niedriger sind. das sind künstluiche Wettbewerbsvorteile.
    Freihandel produziert dabei nur ein niedrigeres Niveau!
    Echter Freihandel würde Transport nur dort lohnend machen, wo trotz Transportkosten besseres entsteht.
    Deshalb sit Freihandel eine Schimäre, die ebenso unsinnig und utopisch ist, wie der reine Protektionismus, der allein auf nationale egoismen setzt.

    H.

  • Ein schwachsinnigr Artikel. Auf welchen schönen Stern lebt der Autor?

    Den besten Schutz gegen den Protektionismus aber bietet die Vernetzung der Weltwirtschaft selbst: Immer weniger Produkte werden ausschließlich in einem Land produziert. Vielmehr überqueren Halb- und Teilprodukte oft mehrere Grenzen, bis sie fertiggestellt sind.
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    und geau das ist falsch und Blödsinn. Das hat mit Welthandel nichts mehr zu tun. Das ist Aufgabe und Ausplündern der eigenen Länder

  • zitat....=> Sie verstehen nichts von Ökonomie: Nehmen wir an, Land A und B verkaufen einen gleichwertigen Autotypen, beide produzieren ihn nach den selben technischen Maßstäben. Land A hat aber hohe Umwelt- und Sozialstandards, Land B gar keine. Dementsprechend mögen die Stückkosten im Land A bei 12.000 Euro liegen, im Land B bei 9.000 Euro. Vor diesem Hintergrund hat A keine faire Chance im Wettbewerb mit B - also werden B-Autos mit 3.000 Euro verzollt, und A Autos, die nach B geliefert werden, mit 3.000 Euro bezuschusst. Damit sind gleiche Bedingungen geschaffen......

    Das ist aber genau der Weg der ins Abgrund führt. Dann muss das Land A eben innovativ sein und bessere Autos liefern oder seine Stückkosten anpassen.

    Gerade in Deutschland erleben wir doch, dass der billige Euro Firmen träge macht. Oder durch die Subventionen, z.B. in der Solarindustrie.

    siehe auch
    http://www.youtube.com/watch?v=FqoJzcb6dxM

    Ökonomie ist nicht alles. Man sollte auch etwas über Wirtschaftspolitik verstehen.^^

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