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Kommentar: Der Einflüsterer des bedrängten Präsidenten

Daniel Goffart Quelle: Pablo Castagnola
Daniel Goffart Quelle: Pablo Castagnola

Olaf Glaeseker steht die Fähigkeit zur Konspiration nicht ins Gesicht geschrieben. Das freundliche Wesen des 50-jährigen Sprechers von Bundespräsident Christian Wulff täuscht über seine Schlitzohrigkeit hinweg. Dabei ist er ein gewiefter Netzwerker und großer Taktiker im Auftrag seines Dienstherren.

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Im Gegensatz zu den meisten Kollegen ist Glaeseker aber nicht nur Sprecher seines Chefs, sondern auch Ratgeber, Kummerkasten und Freund. Und als solcher derzeit besonders gefragt: Glaeseker muss Wulff wegen dessen Hang zu Affären durch schwierige Zeiten manövrieren. Die größte Hürde wartet Heiligabend: Da muss Glaeseker Wulff eine Weihnachtsansprache reichen, die den Präsidenten weder lächerlich noch unglaubwürdig wirken lässt.

Der Journalist Glaeseker hat das Handwerk von der Pike auf gelernt. 1999 kam er zum niedersächsischen Oppositionsführer Wulff. Aus dem blassen CDU-Politiker machte Glaeseker erst den Muster-Schwiegersohn, dann den Wohlfühl-Landesvater und nun den Präsidenten der „bunten Republik“. Gelang es ihm noch, Wulffs Scheidung in Niedersachsen als Patchwork-Rührstück zu verkaufen, muss der Netzwerker jetzt auf dem schwierigeren Berliner Parkett kämpfen.

Dort ist Glaeseker, der noch am Steinhuder Meer wohnt, nie warm geworden. Die Inszenierung des Präsidenten gilt eher den Bildern als den Inhalten.

Heiligabend aber muss er Worte liefern. Die Weihnachtsansprache ist einer der wichtigsten Auftritte des Staatsoberhaupts im Jahr. Worüber Wulff reden will? Glaeseker schweigt – und verweist auf ein Team von Redenschreibern, das derzeit über dieser Frage brütet.

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