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Kommentar: Der geplatzte EADS-Deal kennt nur Verlierer

Die Fusion von EADS und BAE wäre einer der wichtigsten Deals des Jahrzehntes geworden. Dieser europäische Rüstungsriese hätte die Welt sicherer gemacht. So gibt es nur Verlierer – vor allem in Deutschland.

Ein BAE-Produkt: die F-35 Lightning II Joint Strike Fighter Quelle: Reuters
Ein BAE-Produkt: die F-35 Lightning II Joint Strike Fighter Quelle: Reuters

Vielleicht wäre alles ganz anders gekommen, wenn Tom Enders nicht diesen Unfall beim Fliegen gehabt hätte. So musste der EADS-Chef die Reise nach China absagen, wo er eigentlich mit Kanzlerin Merkel über die Fusion sprechen wollte. Da hätte man ihr die ganze Sache schön schmackhaft machen können.

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So kam alles anders und es bleibt ein Scherbenhaufen. Die Politik – und zwar auch die deutsche Seite – hat ein unrühmliches Spiel gespielt. Aus einem Staatskonzern hätte ein normales Unternehmen werden sollen. Doch Frankreich, Großbritannien und Deutschland waren aus vergleichsweise nichtigen Gründen dagegen.

Was sich da in den letzten Wochen hinter den Kulissen an Misstrauen zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien aufgestaut hat, würde ein Scheidungsrichter als "unüberbrückbare Differenzen" werten und die Ehe beenden. Dabei wollen die Beteiligten aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien erst noch heiraten.

Die nationalen Interessen sind enorm. Frankreich will seinen Einfluss bei einem neuen Luftfahrt- und Rüstungskonzern nicht nur halten, sondern ausbauen. Deutschland ist vor allem an der Sicherung der Arbeitsplätze und Standorte interessiert, es besteht die Gefahr einer Verlagerung des Konzernsitzes von München nach Toulouse.

Im deutschen Hinterkopf schwebt nach wie vor die Sorge über ein Bündnis aus Großbritannien und Frankreich, gegen das Berlin den Kürzeren zieht. Die Briten meiden den Staat wie der Teufel das Weihwasser. Und jeder befürchtet, von den anderen über den Tisch gezogen zu werden.

Dazu kommt ein gehöriges Maß an Machtdünkel und Eitelkeit. Und es zeigt sich, wie es um die Vertrauens-Basis in Europa wirklich bestellt ist – nämlich richtig schlecht. Das gilt insbesondere für das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich.

  • 11.10.2012, 08:27 Uhrr.jonasson

    "Es geht dabei nicht nur ums Geschäft, es geht gerade in Zeiten der Euro-Krise auch um die Demonstration, dass es um die Einheit Europas gut bestellt ist." Ist es aber eben nicht, was die Spatzen von allen Dächern pfeiffen, und das nicht erst seit Zuspitzung der Euorokrise. Was soll also dieser Unsinn? Wann fangen wir endlich an, die Sache mit Europa realistisch zu sehen, statt dauernd irgendwelche Luftschlösser zu bauen und sie dann wie einen Fetisch zun lobpreisen? Europa wäre heute wesentlich weiter, wenn wir das bestehende System kontinuierlich ausgebaut hätten, statt den Bürgern erst den fehlkonstruierten Euro und nun, zu dessen "Rettung", auch noch den Brüsseler Superstaat aufzuzwingen, den diese - aus guten Gründen - definitiv nicht wollen. So wird Europa enden wie die UdSSR und Jugoslawien, und das zu Recht.

  • 11.10.2012, 02:56 UhrPinin

    Überall arbeiten und argumentieren die Bürger eines jeden Landes für ihr Land - vor allem die Franzosen! - nur die Deutschen finden es ganz toll immer gegen ihr Land zu arbeiten und zu argumentieren - siehe die deutschen Parlamentarier in Straßbourg und die deutschen EU-Kommissare.
    Der Artikelschreiber ist hier keine Ausnahme.

  • 10.10.2012, 23:27 Uhrgigu2063

    @Freie Waehler:
    Vielen Dank fuer diesen guten Kommentar. Sehr richtig!

    @HB: setzen 6!
    Das ist genau die Mentalitaet, die uns im Endeffekt die Eurokrise herbeigebracht hat.
    Dem Autor fehlt a) logisches Denkvermoegen und b) ein Stueck Patriotismus

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